B31

An der Höllentalstrecke in Falkensteig gibt’s einen neuen Kiosk – er heißt "Pause"

Lena Roser

Von Lena Roser

So, 15. Juli 2018 um 18:38 Uhr

Buchenbach

Die Höllentalstrecke ist für ihre Kurven bekannt. Wer nach dieser Abenteuerfahrt auf der B31 eine Pause braucht, wird seit Juni in Falkensteig fündig.

"Pause" heißt der Kiosk von Irene Zuber, mit dem sie Pendlern, Urlaubern und auch Einheimischen die Möglichkeit zum Pausieren bieten will.
Drei Kinder mit Schulranzen auf den Rücken betreten den Kiosk. Der Nachmittagsunterricht ist gerade erst vorbei, jetzt gibt es für sie Erfrischung in Form von buntem Wassereis. Bezahlt wird mit rotem Kleingeld. Auf den Regalen stapeln sich die Süßigkeiten: Süße Pilze stehen neben grünen Fröschen und Kirschgummibärchen. Die Preise der Zuckerwaren stehen handgeschrieben auf kleinen Zetteln. Gemacht sind sie vor allem für den Geldbeutel der Schüler: Saure Zungen gibt es ab fünf Cent. Wer einen Wunderschnuller will, zahlt 60 Cent. Nebenan steht der Kühlschrank, ausgestattet mit Eistee, Limos und Bier.

Das Haus an der B 31 hat Zuber vor neun Jahren gekauft. Immer wieder haben Menschen an ihrer Haustür geklingelt, die mit dem Auto unterwegs waren und in irgendeiner Form eine Pause suchten. "Mal mussten welche auf die Toilette, mal war es das überhitzte Auto. Und manche hatten einfach nur Durst", erzählt Zuber. Grund dafür sind die wenigen Möglichkeiten für B 31-Fahrer zu rasten. Auf der Strecke zwischen Freiburg und der Autobahnauffahrt Geisingen sei Falkensteig der einzige Ort, den die Fahrer bewusst wahrnehmen, sagt Zuber.

Das hatte die gebürtige Schlesierin schon vor einiger Zeit auf die Idee gebracht, einen Kiosk zu eröffnen. Zunächst vermietete sie den Raum jedoch als Backstube. Als daraus nichts wurde, nahm sie es Anfang Mai selbst in die Hand und setzte die Idee, den Menschen eine Pause vom Autofahren zu bieten, um.

Die meisten ihrer Kunden stoßen seit der Eröffnung im Juni durch Zufall auf den Kiosk, erklärt Zuber und schaut dabei auf die Kolonne von Autos und Lastwagen, die sich auf der Strecke gebildet hat. Angehalten hat heute noch keiner. Doch das kann sich noch ändern. Im Normalfall kann Zuber mit 20 bis 25 Kunden pro Tag rechnen.

Wenn dann mal einer hält, bleibt er auch ein Weilchen. Kaum einer kauft und geht dann sofort wieder. "Viele haben Gesprächsbedarf. Die Leute setzten sich entweder innen auf die Barhocker oder außen auf die Holzbank und erzählen etwas", sagt Zuber. Nach dem ersten Monat ist sie überzeugt davon, den richtigen Schritt gewagt zu haben. "Neulich war eine Familie aus Irland da, die mit dem Wohnwagen zwei Monate unterwegs ist. Wir haben uns einfach über das Schulsystem unterhalten."

Autofahrer wollen etwas Herzhaftes, Kinder Süßigkeiten

Manche kommen häufiger. Eine Pendlerin, die von Lenzkirch nach Freiburg fährt, macht des Öfteren Pause bei ihr. Doch nicht nur Fahrer der B 31 besuchen den Kiosk, auch Dorfbewohner gönnen sich eine Pause in Zubers Kiosk. Viele seien froh über die neue Lokalität: "Man hat hier wenig Kontakt zu den anderen Bewohnern, da es nicht viele Treffpunkte gibt. Und das fehlt einfach – dass man sich über den Weg läuft und einfach etwas quatschen kann", erzählt Zuber, während sie sich einen Kaffee macht. Ob sich die "Pause" nun eher zu einem Treffpunkt für Dorfbewohner oder doch zur Raststätte für Autofahrer entwickelt, wird sich mit der Zeit herausstellen. "Gerade ist es kein wirklicher Kiosk, kein Bistro oder eine Raststätte. Es ist so ein Gucken-ma-mal", erzählt Zuber lachend.

Eines hat sie in den ersten Wochen schon bemerkt: Autofahrer, die das Schild "Durst? Hunger? Stress? Pause!" an ihrer Hofeinfahrt entdecken, sind mit den in Falkensteig erlaubten 50 Stundenkilometern meist schon am Kiosk vorbei, bis sie das Gelesene registriert haben. Deshalb möchte sie sich um die Genehmigung weiterer Schilder kümmern, die die Autofahrer schon früher auf die "Pause" aufmerksam machen sollen. "Zurzeit bin ich einfach noch am Schleifen", erklärt Zuber. So wechselt ab und zu das Angebot im Kiosk, sie passt es an die Wünsche der Kunden an. Im Laufe des ersten Monats konnte sie feststellen, dass Autofahrer eher Herzhaftes essen wollen, während die Kinder des Dorfes vor allem wegen der Süßigkeiten den Kiosk aufsuchen.

Zudem will Zuber in den Sommerferien mit den Öffnungszeiten variieren. Sie möchte herausfinden, wann die meisten eine Pause benötigen. Bisher ist der Kiosk lediglich drei Stunden am Tag geöffnet, denn zusätzlich arbeitet Zuber nachts in der Pflege in Kirchzarten. "Zurzeit ist es nur just for fun, aber vielleicht entwickelt sich ja noch mehr daraus", erklärt Zuber.

Kiosk "Pause", Höllentalstraße 16 in Buchenbach-Falkensteig, Tel. 07661/6299106, geöffnet täglich von 15 bis 18 Uhr