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11. Mai 2017

Obereggenen

Berghotel Hochblauen steht teilweise zum Verkauf

Geschäftspartner des Mitbesitzers Hasan Alaca bietet seinen Anteil an – der Geschäftsmann aus Weil denkt an eine Verpachtung.

  1. Der Hochblauen mit seinem Berghotel ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nach Jahren des Stillstands hat sich dort zuletzt auch einiges getan. Nun stellt sich die Frage nach der weiteren Entwicklung. Foto: Birgit-Cathrin Duval

SCHLIENGEN-OBEREGGENEN. Die Besitzverhältnisse am Berghotel Hochblaunen könnten künftig erneut in Bewegung geraten. Dies bestätigt Hasan Alaca (51), seit dem Jahr 2015 Mitbesitzer des in exponierter Lage auf dem Blauengipfel befindlichen großen Gastronomiebetriebes, auf Anfrage der Badischen Zeitung. Laut Alaca befindet sich das Blauenhaus je zur Hälfte im Besitz von ihm selbst und – was einer breiteren Öffentlichkeit bisher nicht bekannt gewesen sein dürfte – von einem in Istanbul ansässigen Geschäftspartner.

Und dieser Geschäftspartner will nun, so erklärt der in Weil am Rhein ansässige und in der Gastronomie sowie der Reisebranche tätige Geschäftsmann und gelernte Hotelkaufmann Alaca, seinen Anteil am Blauenhaus veräußern. Dies geht – zumindest indirekt – auch aus einem Angebot der auf türkisch betriebenen Internet-Plattform http://www.sahibinden.com hervor. Dort wird das Anwesen zum Kauf angeboten. Alaca bestätigt, dass ein entsprechender Verkaufsversuch gestartet wurde.

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Hasan Alaca selbst will nicht verkaufen. Aber er überlegt, ob er verpachten soll. Der Geschäftsmann kann sich vorstellen, dass eine in der Gastronomie tätige Familie am Objekt Interesse haben könnte. Betrachtet er doch bereits den jetzigen Betrieb als Familienunternehmen. Es gibt Alaca zufolge fünf Festangestellte und eine Aushilfe sowie Familienmitglieder, die sich in dem Unternehmen auf dem Blauengipfel engagieren. Sollte es zu einer Verpachtung kommen, will sich er sich allerdings nicht ganz aus dem Geschäft zurückziehen, sondern weiterhin ein Auge darauf haben.

Denn unübersehbare Tatsache ist für Besucher, dass in das einst marode und 2105 von einem in Berlin ansässigen Architekten erworbene Blauenhaus viel Geld investiert wurde. Wie viel, will Alaca nicht beziffern. Und es soll weiter investiert werden. Weiterhin bestehen Pläne, dass der neben dem eigentlichen Blauenhaus liegende größere Schuppen gastronomisch genutzt wird. Die Pläne sind erstellt, wenn auch noch nicht ganz fertig, teilt Hasan Alaca mit. Vorgesehen ist, dass für Übernachtungsmöglichkeiten unter dem Motto "Schlafen im Stroh" gesorgt wird. Doch zunächst einmal sollen dafür die finanziellen Voraussetzung geschaffen werden. Alaca richtet in diesem Zusammenhang seinen Blick auf das Jahr 2018.

In Kürze soll hingegen das 40 Betten umfassende Hotel des Blauenhauses in Betrieb gehen. Ansonsten laufen die Geschäfte in dem Gastronomiebetrieb Alaca zufolge insgesamt gut. Allerdings sind sie, typisch für ein Ausflugslokal, wetterabhängig. Die Gäste, weiß der Weiler Geschäftsmann, sind zufrieden.

Bekannt ist, dass Ausflügler, Wanderer, die auf dem Westweg unterwegs sind, Gleitschirmflieger mit Startrampe vor der Tür sowie weitere Sportler das Lokal gerne nutzen. Es bietet eine imposante Terrasse, von der aus man bei entsprechendem Wetter einen Fernblick bis zu den Alpen genießen kann. Darüber hinaus hat das Haus eine lange, bewegte Geschichte mit etlichen Pächter- beziehungsweise Besitzerwechseln hinter sich, die auch dazu führte, dass das Haus verkam und länger geschlossen war.

Davon soll jetzt keine Rede mehr sein. Allerdings: Ein Interessent für den Kauf des Anteils von Alacas Geschäftspartner in Istanbul hat sich laut Alaca bisher nicht gefunden. Auch wenn auf der türkischen Internet-Plattform mit gewissen Vorzügen geworben wird, die mit einem Kauf verbunden seien. Laut einem deutsch-türkischen Abkommen, so Alaca, sei es möglich, Türken, die in Deutschland investieren, eine Aufenthaltserlaubnis per Visum zu gewähren. All dies, so Alaca, passiere natürlich nicht einfach so, sondern werde von den zuständigen Stellen geprüft und sei an Voraussetzungen, etwa ein bestimmtes Investitionsvolumen, gebunden. Nach Auskunft des Landesinnenministeriums gibt es in der Tat ein Assoziierungsabkommen mit der Türkei, das Türken erleichterte Aufenthaltsvoraussetzungen verschaffen kann.

Das Verkaufsangebot mit Hilfe einer türkischen Immobilienplattform zu starten begründet Alaca damit, dass kein Interesse daran bestand, entsprechendes von deutscher Seite aus zu versuchen und damit für "Unruhe" zu sorgen. Alaca bestätigt aber, dass man sich in Sachen Blauenhaus auch direkt an ihn wenden kann. Ebenso bestätigt er, dass ihm viel an der Immobilie liegt. Er sei gewissermaßen "verliebt in das Objekt" und habe auch viel Herzblut hineingesteckt. Aber es sei eben nicht einfach, wenn ein Partner sich zurückziehen wolle. So ist er nun auf der Suche nach einer Pächterfamilie seines Vertrauens. Es wäre schade, wenn mit dem Haus etwas schiefgehen würde, so Alaca. Die Gemeinde Schliengen ist ihm zufolge über die neuen Vorgänge ums Blauenhaus bisher nicht unterrichtet.

Autor: Michael Behrendt