Bier

Das Brauhaus Meier in Wehr hat den Gastrobetrieb eingestellt

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Sa, 15. April 2017 um 18:07 Uhr

Gastronomie

Aus der Gaststube werden Büros: Schlechte Nachrichten: Seit dem 1. April gehört das Brauhaus Meier in der Brunnmattstraße in Wehr der Vergangenheit an. Die gute Nachricht: nicht ganz.

Bestehen bleibt der Brauereibetrieb in Wehr, der sein Verkaufssortiment sogar etwas erweitern wird. Außerdem werden die Räumlichkeiten im hinteren Teil des Hauptgebäudes weiterhin für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Den Auftakt zum "neuen alten Brauhaus" bildet ein Hock zum 1. Mai.

"Wo ist denn jetzt der Eingang – vorne ist zu?" Als hätte es noch eines Beweises für die Beliebtheit des Brauhauses bedurft, stieß am frühen Donnerstagabend in der Brunnmattstraße zufällig ein auswärtiges Paar zum Pressegespräch der Badischen Zeitung mit Dietmar Meier. "Seit dem ersten April nicht mehr", musste der Ex-Gastronom den sichtlich enttäuschten Gästen mitteilen, die dann unverrichteter Dinge wieder abzogen.

Die Reaktion ist laut Meier kein Einzelfall. Da hätten einige "ganz schön geschaut", als er seinen Entschluss bekannt gemacht hätte, erinnert er sich. Seine Entscheidung hat sich der 51-Jährige aber sehr gut überlegt. "Viele stellen sich einen Gastronomiebetrieb etwas einfach vor", so seine Erfahrungen. "Das ist ein Knochenjob." Für Meier, der hauptberuflich in der Baubranche tätig ist, war das Hobby der Gastronomie und des Bierbrauens zum Vollzeitjob geworden. Weil der Betrieb mit dem fünfköpfigen Personal kaum noch zu stemmen war, sei er an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gekommen.

Ein Herz für Tiere

Noch einen anderen Grund nennt Meier für seinen Rückzug: Sehr am Herzen liegt dem 51-Jährigen die Entwicklung der Tierklinik Partners. Schon seit 1992 ist die Tierklinik Pächterin seiner Immobilien in der Brunnmatt. Er habe immer gut mit der "sehr gewissenhaft geführten Tierklinik" zusammengearbeitet, versichert Meier. Nun pachtet die Tierklinik neben Parkplatz und Pferdekoppel auch die ehemalige Gaststube, die künftig Büro -und Tagungsräume beherbergen wird. (Die BZ berichtete). Er sei an seine Grenzen gestoßen und Partners wollte erweitern. "Das hat sich dann gut getroffen", so Meier.

Ganz von der Gastronomie scheint Meier aber nicht lassen zu können. Der Braubetrieb läuft weiter. Sichtbares Zeichen ist ein neuer Sudkessel, an dem beim Besuch der Badischen Zeitung fleißig gearbeitet wurde. Termine für den Bierverkauf werden noch bekannt gegeben. Wahrscheinlich "zu den Wochenenden hin", so Meier. In weiser Voraussicht hat Meier die Küche des Gasthofes nicht verpachtet, so dass der bisherige Koch Thomas Sontheimer bei Bedarf und Nachfrage auch weiterhin in Teilzeit den Kochlöffel schwingen wird.

Schwingt bei Meier denn beim Abschied auch Wehmut mit? Dieser bestätigt. Seit 1985 gab es das Gasthaus (Brunnmattstube), vor fünf Jahren ist Meier dann unter die Bierbrauer gegangen. Es gehe schon ein wenig "an die Gurgel". Allerdings sei es von Anfang an klar gewesen, dass dies nur eine Nebenbeschäftigung ist, sagt Meier. In seinem Hauptjob habe er es mit einem sehr zukunftsreichen Produkt zu tun. "Auch da habe ich sehr, sehr viel Energie und Herzblut eingebracht", so Meier.

Schon länger bekannt ist, dass Meier die Zucht seiner schottischen Hochlandrinder aufgibt. Entsprechend verwaist gibt sich auch die Wiese an der Öflinger Straße, die Meier von der Novartis gepachtet hatte.