Gastronomie

Das Restaurant Eichhalde in Herdern schließt nach 24 Jahren

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Do, 26. April 2018 um 09:55 Uhr

Gastronomie

Lange Jahre war die Eichhalde in Herdern eine Adresse für Feinschmecker. Am kommenden Samstag schließt Karola Isele ihr Restaurant Eichhalde nach 24 Jahren – der Abschied fällt ihr nicht leicht.

Für Feinschmecker war die Eichhalde in Herdern über viele Jahre Hinweg eine Adresse, die man kennen musste – zunächst mit Küchenchef Matthias Dahlinger, seit Anfang 2016 mit Küchenchef Jakob Rinderle. Von 1997 bis 2003 führte das Lokal in der Stadtstraße 91 unter Leitung von Dahlinger und seiner damaligen Lebenspartnerin Karola Isele sogar einen Michelin-Stern, den man letztlich freiwillig zurückgab. Rinderle erkochte 2017 mit seinem Team einen Bib Gourmand, ebenfalls eine begehrte Michelin-Auszeichnung – eine Honorierung seines leidenschaftlichen Einsatzes für das Lokal.

Die Personalsuche wurde immer schwieriger

Doch damit ist nun Schluss. Am kommenden Samstag, 28. April, ist zum letzten Mal geöffnet. "Im Februar habe ich die Entscheidung getroffen, das Restaurant abzugeben", erklärt Karola Isele, die das Lokal seit 2016 allein führt. Matthias Dahlinger wechselte damals als Küchenchef ins Hotel Stadt Freiburg. "Damals war es für mich dran, das Haus weiterzuführen, jetzt ist die Situation eine andere", sagt die 52-Jährige, die ursprünglich aus Oberbergen stammt. "Mit den Jahren ist die Personalsuche immer schwieriger geworden. Das hat sich am Ende zu einem großen Problem entwickelt, dass uns sehr belastet hat", erläutert Karola Isele. Auch die Suche nach einem neuen Küchenchef als Nachfolger für Jakob Rinderle, der mit Herzblut und großem Engagement im Einsatz gewesen sei, sei extrem mühsam gewesen – und am Ende erfolglos.

"Hinzu kommt, dass meine beiden Töchter nun flügge werden und ich auch persönlich in einer Umbruchphase bin", so die Gastronomin. Sie habe überlegen müssen, wie sie die kommenden zehn bis 15 Jahre beruflich verbringen wolle – und letztendlich habe sie sich nun zum Abschied von der Eichhalde entschlossen.

"Einerseits bin ich traurig, denn mein Herz hängt natürlich an dem Betrieb, andererseits bin ich auch froh, dass nun ein neuer Abschnitt beginnen kann", sagt die Wirtin. Sie habe 700 Stammgäste angeschrieben, von denen viele in den vergangenen Wochen nochmals zu einem Abschiedsessen vorbeigekommen seien. "Ich bin sehr froh, dass mein ganzes Mitarbeiterteam samt meinem Küchenchef mir bis zum Schluss die Treue halten will", so Karola Isele.

1904 wurde die Eichhalde erbaut

Wie es bei ihr beruflich weitergehe, müsse sie noch überlegen. "Nach wie vor bin ich leidenschaftlich gern in der Gastronomie tätig", sagt sie. Doch wie genau dies künftig aussehen könnte, sei offen. Ihre sechs Mitarbeiter werden in der Branche problemlos eine Anschlussbeschäftigung finden.

Die Eichhalde wurde 1904 erbaut – und diente von Anfang an als Gaststätte. Schon in früheren Jahren waren dort renommierte Köche tätig, in den 70er-Jahren etwa Hubert Freund, der damals schon mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, in den 80er-Jahren dann Patrick Ecault und Thierry Falconnier. "Nach unserem Auszug wird erst einmal renoviert", berichtet Karola Isele. Vermieterin Martina Feierling-Rombach nutze die Gelegenheit für eine Generalsanierung. Im Herbst soll das 250 Quadratmeter große Lokal mit 50 Sitzplänen drinnen und einem Freisitz mit weiteren 20 Plätzen dann wieder neu vermietet werden.