Höchstgelegener Weinkeller Badens

Das Weingut Schweizer lagert edle Rotweine im Schauinsland

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 08. Juni 2018 um 15:30 Uhr

Gastronomie

Das Ihringer Weingut Schweizer hat einige seiner kleinen mit Rotwein gefüllten Barriquefässer in Badens höchstem Keller eingelagert – dem Museumsbergwerk im Schauinsland.

Die Geschichte begann, als sich der Gründer des Museumsbergwerks, Berthold Steiber, und Winzer Martin Schweizer bei einer Schauinslandbahn-Nachtfahrt vor zwei Jahren über die Vorzüge des Bergwerksklimas für die Lagerung von Wein unterhielten. Die Idee reifte dann zwei Jahre. E-Mails wurden hin- und hergeschickt und überlegt, wie die Weinfässer auf den Berg hoch und in den Stollen hinein kommen könnten. Im Frühjahr kam dann die Mail von Berthold Steiber: "Der Schnee ist weg, Ihr könnt kommen."

Mit dem Bully die Rennstrecke hoch

Eigens für den ersten Versuch wurde in der Werkstatt des Weinguts ein massiver Ständer geschweißt. "Sicherlich muss das Transportkonzept noch verfeinert werden, aber fürs Erste ging das mit dem Provisorium ganz gut", teilt Martin Schweizer in einer Presseerklärung mit. Mit einem mit Fässern, einem Barriquefass-Ständer sowie einem Zweiachshandkarren vollgepackten Bully mit Anhänger düsten die Schweizers die ehemalige Schauinsland-Rennstrecke hoch. Ein Rennen hätten sie so sicherlich nicht gewonnen.

So richtig abenteuerlich wurde es aber auf den letzten Metern auf einem Waldweg – links der Berg, rechts der Abhang, aber alles ging gut. Von Markus Kiefer, der rechten Hand von Berthold Steiber, wurden Wein und Winzer in Empfang genommen. Mit dem stolleneigenen Bagger hob er die wertvolle Fracht – ein Spätburgunder Rotwein vom Ihringer Winklerberg, geerntet am 27. September 2017 mit 100 Grad Öchsle und traditionell auf der Maische vergoren – vom Autoanhänger auf den Zweiachs-Handkarren. Mit von der Partie waren auch zwei Mitglieder des Bergwerksvereins, die beim Einfahren der Fässer mithalfen.

Ehrfurcht vor dem Stollen

Martin Schweizer empfand Ehrfurcht, als er in das einzigartige, dreidimensionale Labyrinth des Stollens eintrat. "Die Dimension und die lange Zeit, in der in diesen Gängen das Handwerk des Bergbaus ausgeübt wurde, mit all seinen Funden, Erfolgen, Höhen und Tiefen, aber auch Schicksalen der Menschen, die in den vergangenen 800 Jahren hier gewirkt haben, das ist mehr als beeindruckend für mich. Dass wir hier oben, unten oder tief drinnen unseren Wein lagern dürfen, schätzen wir sehr", betont der Winzer, der mit seiner Frau Nadine und den beiden Söhnen in Ihringen ein Weingut mit Ferienwohnungen und einer Vinothek betreibt.

Der Wein wird am Ende der Saison abgefüllt. Es wird auf dem Etikett zu lesen sein, wo er über die Sommermonate bei zehn Grad Celsius und 100 Prozent Luftfeuchte lagern durfte. "Es wird ihn zähmen", sagt Schweizer, "den hitzigen, temperamentvollen Kaiserstühler, aber keinesfalls lähmen." Die überaus exklusive Lagerstätte wird vom Weingut Schweizer natürlich honoriert. 1 Euro pro Flasche wird an das Museumsbergwerk gespendet. Vielleicht ein kleiner Beitrag zum Erhalt des Stollens, der Freiburg einst reich gemacht hat. Auch der erlesene Wein hat seinen Preis, der bei 24 Euro liegen wird. Die ersten Bestellungen sind laut Schweizer bereits eingegangen.

Einen Verkostungstermin vor dem Stollen mit vorangegangener Führung gibt es zum Saisonabschluss des Bergwerks am Sonntag, 28. Oktober, 15 Uhr. Um eine Anmeldung wird erbeten unter http://www.schauinsland.de