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20. September 2017

Der Hochschwarzwald setzt sich durch

Margarete Schwär vom Steinbachhof hat den Wettbewerb bei der SWR-Sendereihe "Lecker aufs Land" für sich entschieden.

  1. Margarete Schwär und ihr Sohn Benedikt bereiten die Vorspeise vor. Foto: SWR/megaherz/Andreas Maluche

  2. Riesenfreude bei der Bekanntgabe des Ergebnisses Foto: SWR/megaherz/Andreas Maluche

ST. MÄRGEN. Beim SWR-Wettkochen "Lecker aufs Land" zeigen sechs Landfrauen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ihre Kochkünste, stellen ihren Hof und ihr Leben vor. Dieses Jahr mit dabei war Margarete Schwär vom Steinbachhof in St. Märgen (die BZ berichtete). Als am vergangenen Mittwochabend in der letzten Folge das Ergebnis verkündet wurde, war die Überraschung perfekt: Margarete Schwär hat gewonnen.

Als im Januar das Telefon auf dem Steinbachhof klingelt, ist die Freude bei Familie Schwär riesengroß. "Da haben wir die Zusage bekommen, dass wir bei der nächsten Staffel von Lecker aufs Land dabei sind", erzählt Margarete Schwär an einem Montagnachmittag im September.

Da liegen hinter ihr mehr als 20 Drehtage im Sommer und eine aufregende Zeit in Gesellschaft von Kameras, Mikrofonen und fünf anderen Landfrauen, die sie in dieser Zeit liebgewonnen hat. "Wir waren fast schon so etwas wie eine Schicksalsgemeinschaft, hatten eine sehr intensive Zeit miteinander und ähnliche Lebensgeschichten", sagt die 52-Jährige.

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Als an diesem Montagnachmittag das Telefon klingelt, ist am anderen Ende eine Frau aus Bayern, die eine Ferienwohnung auf dem Steinbachhof reservieren möchte. Kurz bevor Margarete Schwär auflegt, fragt sie noch, wie die Dame von ihrem Hof erfahren hat. "Sie hat die Sendung gesehen", sagt sie mit einem Schmunzeln. Während der Ausstrahlung ist sie von vielen Menschen angesprochen worden, überrascht ist sie immer noch davon, wie viele junge Leute die Sendung gesehen haben. Sogar in Bernau ist sie am Wochenende auf der Straße erkannt worden. "Die Sehnsucht nach Heimat ist bei den jungen Leuten wieder ganz stark da", hat sie beobachtet. "Vielleicht ist die Sendung so etwas wie ein Heimatfilm, aber einer, der nicht so verstaubt wirkt wie die Filme damals zu unserer Zeit, die keiner mehr sehen konnte." St. Märgen könnte keine bessere Werbung bekommen.

Genau das war ihre Motivation: "Ich wollte einfach zeigen, wie schön unser Hochschwarzwald ist." Das ist ihr gelungen, denn die Sendung hat ein Millionenpublikum vor die Fernseher gelockt. "Ich habe viel nette Post bekommen, erst heute kam eine Karte aus der Schweiz", berichtet Margarete Schwär. Bis zum vergangenen Donnerstag musste sie dichthalten. Denn die letzte Folge ist Ende Juli im Kasten gewesen. "Ich wusste also schon ein bisschen länger, dass ich gewonnen habe", sagt sie lachend. "Es hat mich aber total überrascht, ich hätte nicht damit gerechnet."

Kontakt zu den anderen
Landfrauen will sie halten

Fünf Tage lang ist das Fernsehteam der Produktionsfirma Megaherz auf dem Steinbachhof gewesen, einen ganzen Tag davon hatten Margarete Schwär und ihre Familie, von der sie tatkräftig unterstützt wurde, Zeit, um das Menü vor- und zuzubereiten: Als Vorspeise gab’s Sommersalat mit gebeizter Forelle, Hauptgang war gefüllte Kalbsbrust mit Kräuterspätzle, zum Dessert servierten sie und ihr Sohn Benedikt Joghurt-Zitronen-Mousse mit Schokotannen. Und während ihr Mann Wendelin mit der Pferdekutsche den fünf anderen Landfrauen Wald und die Umgebung zeigte, servierte Tochter Anna noch eine waschechte Schwarzwälder Kirschtorte – mitten in der Natur.

"Ich war so froh, dass das Wetter an dem Tag mitgespielt hat", berichtet Margarete Schwär. Am Morgen des Drehtags Ende Juni hatte es noch geregnet. "Es gab keinen Plan B", verrät sie und fügt hinzu, dass sie selbst von ihrer Coolness überrascht war. Als die anderen Landfrauen mit dem Oldtimerbus gefahren kamen, fielen Sätze wie: "Ist das schön hier", "Herrlich – wie im Urlaub!". Das wollte Margarete Schwär: "Die Frauen sollten einen Urlaubstag bei uns erleben und sehen, wie schön es hier ist."

Den Kontakt mit den anderen Frauen will sie halten: "Für Januar ist geplant, dass alle mit ihren Familien hier zu uns auf den Hof kommen und den Winter im Hochschwarzwald kennenlernen."

REZEPT: Die Vorspeise

Gebeizte Forelle
» 2 größere Forellen
2 Esslöffel Zucker
» 2 Esslöffel Salz
3 Wacholderbeeren
» 1 Esslöffel Senfkörner
1 Teelöffel frischer Dill
» Abrieb ½ Zitrone
Abrieb ½ Orange
» Etwas Zitronensaft
Dressing:
Blattsalat
» 2 Esslöffel Essig
2 Esslöffel Öl
» 1 Teelöffel Honig
Salz, Pfeffer und Kräuter aus dem Garten
Zur Deko: Walderdbeeren und Blutampfer

Zubereitung:
Fisch filetieren und die Gräten entfernen. Zucker, Salz, zerstoßene Wacholderbeeren und Senfkörner mit Dill vermischen, die Filets damit einreiben. Mit Frischhaltefolie abdecken und mit Holzbrettchen beschweren. Für 10 bis 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Die Fische danach abwaschen, mit Zitronensaft beträufeln und hauchdünn aufgeschnitten servieren.  

Autor: Quelle: Margarete Schwär

Autor: Susanne Gilg