Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

03. September 2017 14:40 Uhr

Kandern

Die Blume in Wollbach: Erstes veganes Restaurant zwischen Freiburg und Basel

Das Traditionsgasthaus Blume in Wollbach wird unter der Regie von Reimund und Susanne Vogt das erste vegane Restaurant zwischen Freiburg und Basel. Wir haben das Lokal besucht.

  1. Reimund und Susanne Vogt freuen sich drauf, mit ihren Gästen auf die neue Vegan zur Blume anzustoßen. Foto: Birgit-Cathrin Duval Foto: Birgit-Cathrin Duval

Ein veganes Restaurant in Freiburg oder Basel eröffnen? Kein Thema. Einen Landgasthof auf dem Dorf mit rein veganer Küche betreiben? Dazu gehört eine ganze Menge Mut. Susanne und Reimund Vogt wagen diesen Schritt mit ihrer Blume in Wollbach. Wer das Gastronomen-Ehepaar trifft, spürt sofort: Das wird gut, richtig gut.

Seit 13 Jahren überzeugen Susanne und Reimund Vogt mit ihrer regionalen, gradlinigen und ehrlichen Küche. Beide stiegen aus ihren Berufen aus, um ihren Traum von einem eigenen Gasthof mit gutem Essen zu verwirklichen "Das hat uns damals keiner geglaubt, dass wir das als Quereinsteiger schaffen", erzählt Susanne Vogt. Die denkmalgeschützte, 1868 erbaute Blume wurde von ihnen in zweijähriger Arbeit liebevoll renoviert und zu einem urgemütlichen, familiären Schmuckstück umgebaut. Aus dem gesamten Landkreis und bis über die Grenze nach Basel hinweg kommen ihre Gäste, die die ungezwungene und sympathische Art der Gastgeber und ihre leckere Küche schätzen.

Gast gab Anstoß

Seit fünf Jahren wird neben der Speisekarte mit traditionellen badischen Gerichten eine Karte mit rein veganem Essen angeboten. Es war die Anfrage eines Gastes nach einem Essen ohne tierische Produkte, die Susanne Vogt dazu inspirierte, sich mit pflanzenbasierter Kost auseinanderzusetzen. Eine Ernährungsweise, die die Vogts als folgerichtig, gesund und wertschätzend empfanden und seither selber praktizieren. Der Entschluss, die Blume in eine "Vegan zur Blume" umzuwandeln, war deshalb eine konsequente Herzenssache der Blume-Köchin.

Werbung

"Unser Gasthaus soll kein Raum der Entbehrung sein, wir schöpfen aus dem Vollen", sagt Susanne Vogt über die vielverbreitete Vorstellung, vegane Kost bestünde nur aus Grünzeug und Tofu. Die Leidenschaft fürs Kochen und Experimentieren animierte Susanne Vogt damals zum Berufswechsel.

Diese lebt sie jetzt hundertprozentig in ihrer veganen Küche aus. Wer sich mit Susanne und Reimund Vogt unterhält, spürt zweifelsohne, dass sie ihren Weg mit Herz und Leidenschaft gehen: konsequent, freudvoll und ohne moralischen Zeigefinger. "Wir wollen mit guten Produkten gutes Essen machen und dazu einladen, sich darauf einzulassen." Susanne Vogt ist überzeugt: "Wenn unsere Gäste es probieren, werden sie begeistert sein." Viele Urlauber haben uns über Apps gefunden, wenn sie nach veganen Restaurants suchen, erzählt Reimund Vogt. Die Nachfrage nach veganem Essen sei ganz klar vorhanden.

Die Produkte kaufen sie wie bisher überwiegend von lokalen Erzeugern. Verwendet werden ausschließlich Bioprodukte, viele stammen aus Bio Demeter Anbau. Zum Einsatz kommen nur ausgewählte Tofu und Seitan-Produkte, mit denen sie sich lange beschäftigt haben und von deren Qualität und Geschmack sie überzeugt sind.

Auf der Speisekarte

Auf der neuen, ausschließlich veganen Speisekarte gibt es diverse Vorspeisen wie weiße Bohnen in Tomatensoße mit Chili und Salbei, Linsensalat mit Ingwer, Knobibrot oder Salate. Als Hauptgerichte stehen Burgerkreationen zur Auswahl: Kebap-Burger mit Seitan und Tzatziki, Schwarzer Bohnenburger mit Aubergine Mayo und Chili-Ketchup oder der Bio-Räuchertofu-Burger mit Pilzen. Es gibt eine Auswahl an Nudelgerichten und herzhaften Gerichten mit Seitanschnetzel und Räuchertofu mit Tagliatelle und Karotten-Erbsengemüse, Bohnen-Bratlinge mit Röstkartoffeln, Seitan-Medaillons mit frischen Pilzen in Rahmsauce. Mit der neuen Karte setzen die Vogts auf eine neue Preisphilosophie. Die Vorspeisen gibt es für jeweils fünf Euro, die Nudelgerichte zu zehn und die herzhaften Gerichte zu jeweils 15 Euro.

Die Dessertauswahl, bei der die Preise variieren, hält unter anderem handgemachte Trüffel-Pralinen, Sorbet-Eisgugelhupf, weißes Schokoladen-Risotto mit Waldbeerensoße und lauwarmes Früchtesüppli mit Sekt und Vanilleeis bereit. Zusätzlich wird die Speisekarte durch ein wöchentlich wechselndes Tagesmenü ergänzt. Alle Getränke sind vegan, die Weine stammen überwiegend aus Bio-Demeter-Anbau.

Das Ambiente in der historischen Gaststube mit der markanten Bruchsteinmauer wurde beibehalten und durch einige neue Akzente ergänzt. Insgesamt luftiger wirkt der Raum nach der Entfernung einer Wand neben dem Kachelofen. Dort befindet sich neu eine Theke aus samtig-glänzendem Elsbeerenholz. Farbliche Kontraste setzt die Decke in Altrosa und die Wände in Weinrot. Die Anzahl der Sitzplätze wurde von bisher 40 auf nun 30 reduziert.
Das Gasthaus Vegan zur Blume, Basler Str. 8 in Kandern-Wollbach, eröffnet am Freitag, 8. September ab 18 Uhr. Telefon 07626/973255, http://www.blumewollbach.de Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag ab 18 Uhr, sonntags von 11 bis 15 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen.

Quelle: Dieser Artikel ist am 3. September 2017 in "Der Sonntag" erschienen

Autor: Birgit-Cathrin Duval, Der Sonntag