Endingen-Königschaffhausen

Eismanufaktur "Kaiserstühler Landeis" eröffnet neue Produktionsstätte

Christa Hülter-Hassler

Von Christa Hülter-Hassler

Do, 19. April 2018 um 00:00 Uhr

Gastronomie

Vor zehn Jahren hat die Familie Bury die Eismanufaktur "Kaiserstühler Landeis" in Königschaffhausen eröffnet. Interview mit Edwin Bury über Umzug und Erweiterung der "Kaiserstühler Eismanufaktur"

ENDINGEN-KÖNIGSCHAFFHAUSEN. Die Nachfrage ist enorm. Deshalb wird am 27. April eine neue Produktionsstätte im Katharinenhof (ehemalige St. Katharinenkellerei) eröffnet. Im Interview mit Christel Hülter-Hassler erzählt Inhaber Edwin Bury von seiner Passion als Eiskonditor und weiteren Plänen.

BZ: Wie viel Liter Kaiserstühler Landeis werden zur Zeit pro Tag verputzt?

Bury: Allein für unsere Eisdiele brauchen wir an heißen Tagen rund 200 Liter Eis, das sind ungefähr 3000 Kugeln. Dazu kommen diverse Veranstaltungen mit dem Eiswagen oder unserem Fahrrad. Wir beliefern aber auch Cafés und Restaurants in der Umgebung mit wöchentlich zirka 250 Litern Landeis.

BZ: Wie erklären Sie sich diese große Nachfrage?

Bury: Wir machen Eis ausschließlich aus Früchten der Region und Milch aus Endingen. Das kommt super an. Ich habe als Konditor das Eismachen von der Pike auf gelernt und verwende als Ausgangsprodukt nur vollreife, beste Erzeugnisse der heimischen Bauern, um den jeweiligen intensiven Fruchtgeschmack zu haben. Das schmecken die Leute.

BZ: Welche Sorten liegen derzeit im Trend?

Bury: Sorten wie Zitronenmelisse oder Maulbeereis kommen sehr gut an. Ein Renner ist auch Sahne-Grieß-Himbeer. Ich könnte aber noch viel mehr Sorten anbieten, wenn wir den Platz hätten. Mich reizen beispielsweise Kreationen mit getrockneten Fruchtstückchen. Die bisherigen Kapazitäten reichen jedoch nicht aus, um das Sortiment zu vergrößern.

BZ: Mit Ihrer Eisküche in der Unteren Guldenstraße sind Sie also am Limit?

Bury: Nicht nur in der Produktion; auch die fehlenden Lagermöglichkeiten schränken uns extrem ein. Beispielsweise werden oft Eistorten spontan nachgefragt – aber wir hatten bislang keine Möglichkeit, diese Erzeugnisse auf Vorrat bereitstellen zu können.

BZ: Sie haben vor 25 Jahren das elterliche Gasthaus übernommen, erweitert und vor zehn Jahren die Eismanufaktur eröffnet und jetzt investieren Sie in eine neue moderne Produktionsstätte. Können Sie das allein noch schultern?

Bury: Ich hätte das nie gemacht, wenn unser Sohn Mario nicht seine Bereitschaft erklärt hätte, in den Familienbetrieb einzusteigen mit dem Ziel, ihn fortzuführen. Seit März bereichert zusätzlich eine ausgebildete Konditorin unser Team.

BZ: Warum haben Sie sich für den Katharinenhof als neuen Standort entschieden?

Bury: Der Katharinenhof bietet all das, was wir in der Unteren Guldenstraße nicht haben: jede Menge Platz und Erweiterungskapazitäten. Uns gefällt auch das besondere Ambiente im Hof der ehemaligen St. Katharinenkellerei sehr gut und natürlich der einzigartige Blick in die Rebberge.

BZ: Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch diese Investition für Ihren Betrieb?

Bury: Wir können noch schmackhafteres Eis machen, weil wir in der modernen Küche jetzt auch die technischen Voraussetzungen dafür haben. Wir können endlich Nachfragen von Busunternehmen bedienen und Führungen anbieten. Für uns am Wichtigsten ist, dass wir jetzt Weichen für die Zukunft stellen und unseren Betrieb in verschiedene Richtungen entwickeln können.

BZ: Was schwebt Ihnen da vor?

Bury: Ich träume schon lange von der Herstellung eigener Eiswaffeln, Fruchtsauce, Marmeladen oder Kuchen und von einer noch ausgeklügelteren Spezialisierung auf tolle Desserts. Mit der neuen Küche haben wir auch die Möglichkeit, Dessertkurse anzubieten. Vorläufig beschränkt sich das Wirken der Eismanufaktur im Katharinenhof zwar weitgehend auf die Produktion und Lagerung – aber da kommt eines Tages ganz bestimmt noch ein Café hin.

Eröffnung und Doppeljubiläum: Gläserne Produktion und Verkostungen vom Samstag, 28. April, (ab 11.30 Uhr), bis 1. Mai (ab 11 Uhr) sowie Bewirtung und Musik an allen vier Tagen im "Winkel 8"

Zur Person: Edwin Bury
Der Königschaffhauser Gastronom Edwin Bury (53) absolvierte Ausbildungen zum Koch und zum Konditor, ehe er 1992 mit seiner Frau Renate das elterliche Gasthaus "Stube" übernahm. 2008 eröffnete er die Eismanufaktur "Kaiserstühler Landeis".