Staufen

Das English House wird zu einem italienischen Spezialitätenladen

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Do, 30. August 2018 um 14:04 Uhr

Gastronomie

Das Feinkostgeschäft Al Dente will italienische Lebensart in das lange leerstehende Geschäft in Staufens Fußgängerzone bringen – mit Kaffeespezialitäten, Frühstück und einem kleinen Mittagstisch.

STAUFEN. Was tut sich eigentlich im English House, jenem ortsbildprägenden Ladengeschäft an zentraler Stelle in Staufens Fußgängerzone? Seit inzwischen rund eineinhalb Jahren stehen die wunderschönen Räume in der Hauptstraße leer. Fest steht mittlerweile, dass aus dem Englisch House wohl eine Casa Italiana wird, denn Massimiliano Toffanin zieht mit seinem Feinkostgeschäft Al Dente ins Erdgeschoss.

Die neue Ausstattung ist von einem Ladenbauer in Brescia und das Angebot, das künftig im stilvollen Ambiente zu haben sein soll, mediterran. Doch das Genehmigungsverfahren für das neue Nutzungskonzept im denkmalgeschützten Anwesen in der Staufener Altstadt ist nach Toffanins Worten knifflig und zieht sich. "Es gibt Auflagen", sagt er.

Der Angebotswechsel vom bisherigen Textil- und Spirituosensortiment hin zu italienischen Spezialitäten, die auch vor Ort verkostet werden können, erfordert einen Umbau und eine Konzession. "Ich will hier keine klassische Gastronomie führen, aber meine Kaffeespezialitäten anbieten so wie bisher, und auch Frühstück und einen kleinen Mittagstisch." Zu den Wochenenden hin könne er sich auch etwas längere Öffnungszeiten vorstellen, um den Kunden einen Aperitivo mit ein paar leckeren Kleinigkeiten zu servieren.

Italienische Lebensart eben, und die pflegt Toffanin in Staufen mittlerweile seit 14 Jahren. Mehr noch, en passant hat er mit seiner besonnenen Art und Herzlichkeit ein wenig Dolce Vita in der Fauststadt kultiviert. Mit einer Mischung aus Gelassenheit und Beharrlichkeit etablierte er das "Al Dente" auf kargstem Raum im Städtchen und gewann viele Stammkunden, die sich, wie er sagt, schon auf die größeren Räume freuen.

Der Ladenbauer, den er bereits mehrfach im lombardischen Brescia besucht hat, fertige nach Maß und stehe wartend in den Startlöchern. Es soll ein Ambiente aus Modern und Mediterran entstehen, das Wärme ausstrahlt, mit viel Holz, so der Plan. Eigentlich sollte es mit dem Umzug bis zum Ferienende bereits so weit sein. Doch das Genehmigungsverfahren habe sich verzögert. "Man braucht sehr viel Geduld", sagt er. "Wir bauen eine Küche ein und es müssen sanitäre Anlagen her. Ich habe Zweifel, ob es jetzt bis zum Spätherbst klappt." Während der Sommerpause sei bei den Behörden nicht viel passiert, das verstehe er. Es gehe für ihn jedoch auch um Verträge und Fristen, die er einhalten müsse. "Es ist kompliziert", sagt Toffanin und holt tief Luft.

Der Bauleiter des Immobilienunternehmens, das das historische Gebäude im Zentrum gekauft hat, hänge seit Wochen am Telefon, um die Umbauten und Renovierungsarbeiten voranzubringen, schildert Toffanin. Die Treppe, die bislang ins Obergeschoss führte, sei bereits zurückgebaut und die Decke geschlossen. In der ersten Etage sollen nämlich Büroräume entstehen, zu denen es einen separaten Eingang geben werde. Wer dort einziehen wird, steht allerdings wohl weiterhin noch nicht fest.