Falkensteig

Gasthaus "Zwei Tauben" an der B31 soll wiederbelebt werden

Erich Krieger

Von Erich Krieger

So, 02. September 2018 um 14:43 Uhr

Gastronomie

Im Moment verwaist: Für den Betrieb des alteingesessenen Gasthauses "Zwei Tauben" in Falkensteig wird eine Genossenschaftslösung angestrebt. Wie könnte die Zukunft an der B31 aussehen?

Die B31 wurde schon in den 70er- Jahren in einem Dokumentarfilm von Heidi Knott als eine "Straße der Leiden" beschrieben. Seit ihrem Bau zerschneidet sie das Dorf und Abhilfe könnte nur der bereits geplante Tunnel schaffen. Die "Zwei Tauben" waren stets ein frequentierter Halte- und Rastpunkt an dem Ost-West-Transitweg und für die Falkensteiger eine der wenigen Möglichkeiten, im Dorf einzukehren, Familienfeste zu feiern oder Vereinstreffen abzuhalten.

Aus Mangel an qualifiziertem Personal hatte die frühere Wirtin Sandra Hörner vor einiger Zeit aufgegeben und das gesamte Anwesen mit Gastraum, Terrasse, Gästezimmern, Wohnung und großem Parkplatz verkauft.

Die neuen Eigentümer sind nun Esther Hummel und Wolfgang Funke, die über eine langjährige Erfahrung in der Gastronomie verfügen. Bei Funke reicht sie über 40 Jahre zurück und einige seiner Stationen sind das Exil in Freiburg-Unterwiehre, der Goldene Stern in Munzingen, aber auch Auslandsengagements in Norwegen und auf Teneriffa. Von 2006 bis 2013 hat er die Höfener Hütte bewirtschaftet. Eigentlich ist das schon genug für ein Arbeitsleben, aber beide lieben ihren Beruf und möchten gerne weitermachen. Jedoch nicht mehr in Vollzeit, denn bei den heutigen Bedingungen im Gaststättenbereich hat mancher Betreiber einen 24-Stunden-Tag.

Deshalb suchen die beiden Eigentümer ähnlich denkende Mitstreiter, die idealerweise ebenfalls bereits gastronomisch tätig waren und sich für die Idee eines Genossenschaftsbetriebs begeistern ließen. Aufgrund seiner Erfahrung ist sich Wolfgang Funke sicher: "Ein Betrieb in der Größe der "Zwei Tauben" lässt sich unter konventionellen Bedingungen mit qualifiziertem und normal bezahltem Personal – sofern man solches überhaupt bekommt – nur durch ein weit überdurchschnittliches Engagement der Betreiber führen".

Deshalb sehen die neuen Eigentümer in der genossenschaftlichen Struktur eine Alternative und somit eine realistische Perspektive für das Haus. Grundsätzlich wäre dabei jeder Genosse Eigentümer und Mitarbeiter in einer Person und das gemeinschaftlich zu erarbeitende Gastronomiekonzept könne auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtet werden. "Wie das Konzept letztlich aussehen wird, ist völlig offen. Wir wollen es auf jeden Fall nicht vorgeben, sondern mit den Interessierten zusammen entwickeln", sagt Esther Hummel.

Ob das gesamte Anwesen in Gemeinschaftseigentum übergeht oder eine Pachtlösung für die Genossenschaft präferiert wird, ist noch völlig offen. "Alles hängt eben von den sich am Projekt beteiligenden Menschen ab, wir sind für alles offen und wollen nicht die Chefs spielen."

Informationen gibt es bei Esther Hummel und Wolfgang Funke unter Tel. 07661-989367 oder per E-Mail unter zweitauben@gmx.net melden. Hinweise auch unter http://www.zudenzweitauben.de