Abenteuer

Grillen war gestern: Männer beim Outdoor-Kochen in Schweighausen

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Di, 26. Juni 2018 um 11:13 Uhr

Gastronomie

Kochen in freier Natur am Lagerfeuer, weit ab vom standardisierten Grillen, das hat das katholische Bildungswerk in Schweighausen angeboten. Das Ergebnis: Es war eine reine Männerrunde.

Der Kurs mit Tim Santo am Samstag war mit 21 Teilnehmern ausgebucht. Unter freiem Himmel und hoch über dem Bergdorf ging es für die Männer zurück zur Natur und weg vom gewöhnlichen Grill. Sie lernten, wie Mahlzeiten auf puristische Art zubereitet werden können.

Das Abenteuer begann morgens um elf Uhr und sollte bis in die frühen Abendstunden dauern. Denn beim Outdoor-Kochen mit Tim Santo wurde nicht konsumiert, sondern vom ersten Schritt an selbst Hand angelegt. Das begann mit dem Einrichten der Feuerstelle und ging weiter mit dem Zerlegen und dem Zubereiten des Fleischs. Wichtig dabei, um nicht zu sagen, das Schöne, war offenbar, richtig viel Zeit zu haben, um diese Art des Kochens auszukosten.

Der Hauch von Freiheit, Ursprünglichkeit und Genuss in der Natur ließ die 21 Männerherzen höher schlagen. Tim Santo erzählte, dass seine Idee für das Outdoor-Kochen bei Wanderungen mit Freunden entstanden ist. Aus der Idee, im Wald mit einfachsten und natürlichen Mitteln zu kochen, hat sich das Geschäftsmodell entwickelt. "Wir stoßen auf große Resonanz, denn Feuer und Natur üben eine Faszination aus." Unterm freiem Himmel zu kochen und zu essen verbinde die Menschen und man genieße anders, sagt Santo.

An seiner Seite ist Jochen Maurer, Zimmermeister. Er teilt seine Leidenschaft und gestaltet die Kurse mit. Dritter im Bunde ist Heiko Zoller, Metzgermeister und Jäger, der für Fleisch aus der Region sorgt. Bei den Referaten für die Teilnehmer in Schweighausen waren auch Hygiene, Küchen-, Lebensmittel- und Frischkräuterkunde und Frischekriterien Thema. Jedes Lüftchen im Blümlesgraben wehte einen anderen verführerischen Duft von den Feuer- und Kochstellen her. Über Stunden garte ein Spanferkel über Holzscheiten, das nach argentinischer Art zubereitet wurde. Im "Dutch-Oven", einem gusseisernen Topf, den man aus amerikanischen Western kennt, und von deutschen Einwanderern stammt (dutch ist abgeleitet von Deutsch) köchelte in der Feuersglut ein Eintopf mit allerlei ausgewählten Zutaten.

Zur Einstimmung gab es ein Cowboyfrühstück mit Sauerteig-Pfannkuchen und eingelegten Bohnen, gegart im Erdofen. Es gab frische Austern, flambiert mit Schweinespeck aus einem mittelalterlichen Flambadou, oder Lachs, an Holzbrettern festgemacht, der über der Feuerstelle garte.

Hühnchen am Strick, Filet oder Gemüse aus der Asche oder gegarte Bananen – die Teilnehmer genossen das Kochen, staunten über Wissenswertes und die Köstlichkeiten, die unter freiem Himmel entstanden sind und am Schluss in geselliger Runde in Lagerfeueratmosphäre von den Teilnehmern mit Genuss verspeist wurden.