Gastronomie

Kein Aus für die Waldeckhof-Strauße in Weisweil

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Mi, 09. Mai 2018 um 18:13 Uhr

Weisweil

Der Betrieb einer Straußenwirtschaft in Weisweil ist dem Landratsamt ein Dorn im Auge. Das Aus der Strauße steht nicht im Raum – doch es gibt Auflagen. Eine Rolle spielt der Brandschutz.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle und der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner haben einen Brief an Landrat Hanno Hurth geschrieben und gleichzeitig eine Presseerklärung abgegeben. Es ging ihnen darum, eine Straußenwirtschaft in Weisweil vor der Schließung zu bewahren. In der Presseerklärung warben sie um Unterstützung für ihr Anliegen. In dem Brief an den Landrat forderten sie diesen auf, seinen "Ermessensspielraum" zu nutzen und eine Duldung für die Saison auszusprechen.



Die Abgeordneten erfuhren, dass die Strauße des Waldeckhofs nach Angaben des Landratsamts keine Strauße im klassischen Sinn sei. Aufgrund der Größe und der Art der dort vermarkteten Lebensmittel sei sie eine Gaststätte. Der Landwirt stellte einen Antrag auf Duldung, das Landratsamt lehnte ab. Die beiden Abgeordneten kritisierten das als "vollkommen unverständlich". Sie wollten die wirtschaftliche Sicherheit des Landwirts und seiner Familie sowie der rund 20 Beschäftigten aus der Region gewährleistet sehen.

Das Zulassen des Betriebes wäre auch "ein praktisches Stück Tourismusförderung im ländlichen Raum", argumentierten sie. Die Antwort von Landrat Hanno Hurth kam ausführlich. Für eine Strauße gebe es gesetzliche Ausnahmeregelungen, die eng gefasst seien und die Beschränkung von Speisen, Getränken und Zahl der Sitzplätze festhielten, verwies er auf die geltende Rechtslage. "Jeder, der eine Straußenwirtschaft betreibt, muss sich dessen bewusst sein, dass er nur unter diesen Voraussetzungen privilegiert ist und diese Privilegierung verliert, sobald er die gesetzlichen Beschränkungen nicht mehr erfüllt."

Das Aus gab es nach Angaben des Landrats nicht für die Strauße: "Im Gegensatz zu Ihrer Vermutung steht keine Schließung der Straußenwirtschaft im Raum, sondern die bereits mehrfach erbetene Rückkehr zur zulässigen Straußwirtschaft", teilte der Landrat mit. Im Zeitraum von 2006 bis 2018 sei der Landwirt "wiederholt auf die einzuhaltende Rechtslage hingewiesen" worden.

Untersagt worden sei der inzwischen über eine Strauße hinaus gewachsene Betrieb. Er überschreite nicht nur die zulässige Größenordnung. Das Landratsamt stellte bei einer Überprüfung im März fest, dass in der zur Bewirtung genutzten Halle mit zwei Leichtbauzelten "der Brandschutz in keiner Weise gewährleistet war", so der Landrat in seinem Schreiben.