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02. Mai 2017 17:27 Uhr

Neuer Pächter

Lörrach: Restaurant und Seminare in der Villa Aichele

Mit einem Restaurantbetrieb, Seminaren und kulturellen Veranstaltungen wird die Villa Aichele für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Stadtverwaltung gab den neuen Pächter bekannt.

  1. Was lange währt … Es gibt ein neues Konzept für die Villa Aichele (Archivbild 2015). Foto: Sabine Ehrentreich

  2. Blicken zuversichtlich in die Zukunft der Villa Aichele: Bürgermeister Michael Wilke (von links) und OB Jörg Lutz sowie Christof Wilke, Norbert Uttner, Brigitte Batke-Spitzer und Kurt Bang von der bbv Akademie Foto: Peter gerigk

Die bbv Akademie eGmbH wird die Villa Aichele aus ihrem "jahrzehntelangen Dornrösschenschlaf erwecken", wie Oberbürgermeister Jörg Lutz es bei der Vorstellung ihres neuen Nutzers am Dienstag ausdrückte. Die Gesellschaft zur Förderung der beruflichen Bildung hat den Zuschlag als Pächter bekommen. Der Umbau des denkmalgeschützten städtischen Gebäudes im Aichelepark wird etwa ein Jahr dauern und siebenstellige Investitionskosten erfordern. Der Gemeinderat stimmte bereits am vergangenen Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung zu.

Die Villa sei ein Schatzkästlein, eine der ganz guten Stuben der Stadt und werde nun wieder dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht, freute sich Lutz. "Wir haben ein richtig gutes gemeinsames Konzept gefunden", stellte Bürgermeister Michael Wilke fest. Dieses sei für die nächsten zehn bis 20 Jahre angelegt. Das Trauzimmer wird erhalten bleiben. Die bbv Akademie richtet einen Restaurant- und Seminarbetrieb ein und sieht kulturelle Angebote vor. Laut Wilke lagen dem Gemeinderat fünf Bewerbungen vor. Er habe die Stadtverwaltung beauftragt, mit zwei Bewerbern in Gespräche einzusteigen.

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Zeitplan steht noch nicht fest

Seit August 2015 stand nach dem Auszug des Mieters das Erdgeschoss leer, bis heute ist nur im Obergeschoss eine Wohnung vermietet. Der Zeitplan für den Umbau steht ebenso wenig bereits fest wie der Architekt, der mit der Planung beauftragt wird. Die Investition wird auf die Mietkosten angerechnet. Wilke wies darauf hin, dass die Villa Aichele sich im Sanierungsgebiet Baumgartnerstraße befinde und darin auch für private Investoren die Möglichkeit bestehe, Zuschüsse und Fördermittel für Sanierungen zu erhalten. Im unteren Stockwerk und im Garten wird der Gastronomiebereich eingerichtet und oben findet der Seminarbetrieb statt. Ein Fahrstuhl wird eingebaut.

Die bbv Akademie

Die bbv Akademie (bisher bbv) war als Verein für berufliche Bildung seit 40 Jahren in der Region im Bereich Ausbildung, Umschulung und Weiterbildung von Fachkräften vor allem im technischen und gastronomischen Bereich tätig. Sie hat rund 5000 Menschen ausgebildet, sagte Geschäftsführer Norbert Uttner. 1976 von Dieter Kaltenbach vor allem für die Ausbildung von Jugendlichen gegründet, werden heute auch viele Erwachsene ausgebildet. Zu ihren Partnern zählen viele Firmen und das Jobcenter.

Das Konzept

Der Restaurantbetrieb wird siebentägig geöffnet. Der Schwerpunkt liegt auf regionaler Küche mit erschwinglichen Preisen und kleiner Speisenkarte sowie dem Ausbildungsbetrieb für Azubis und Umschüler. Vorgesehen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Stammhaus in der Robert-Bosch-Straße, dessen Großküche das Restaurant in der Villa mit den vorbereiteten Speisen beliefern wird.

Außer Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt es Catering für Hochzeiten und Seminare. Neben Aus- und Weiterbildungsangeboten für technische Fach- und Führungskräfte will die bbv Akademie Räume für externe Nutzer wie Vereine anbieten. Zudem sollen kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, Dichterlesungen und Konzerte stattfinden.

Die Nutzung des Parks

Alle Gemeinderatsfraktionen hatten vorgeschlagen, zu prüfen, ob das Depot des Dreiländermuseums im Aichelepark eingerichtet werden könne. Auch der Museumsverein sprach sich dafür aus. Die Stadtverwaltung bevorzugt als Standort jedoch die Hugenmatt in Brombach. Es soll dort einen Übergang bilden von der Wohnbebauung zum Bereich mit den alten Sportplätzen, wo ein Gewerbegebiet entstehen soll. Die Entscheidung darüber steht noch aus. Bis zur Fertigstellung eines neuen Lagers werden die rund 50 000 Objekte im ehemaligen Gaba-Gebäude in Tumringen gelagert. Die Kaltenbach-Stiftung plant, im Park einen Freizeittreff für die mobile Jugendarbeit zu bauen.

Autor: ger