KANDERN-TANNENKIRCH

"Markgräfler Brauwerk" hat bereits für viel Aufsehen gesorgt

Markus Maier

Von Markus Maier

Mo, 25. Dezember 2017 um 11:30 Uhr

Kandern

Der Tannenkircher Thomas Hein ist in diesem Jahr mit sechs Sorten in seiner kleinen Brauerei im Kanderner Stadtteil an den Start gegangen. Und der lief so glatt, dass gar nicht mehr alle Biere verfügbar sind.

100 Hektoliter hat er im Juli angesetzt; im September begann der Verkauf. Und 60 Hektoliter sind schon durch durstige Kehlen geflossen. Natürlich auch vom besonderen Winterbier – passend zur Weihnachtszeit: Das "Abendrot" passt als typisches Bockbier auch gut zum Abendbrot.

Und weil diese Biersorte am besten in der kalten Jahreszeit schmeckt, hat der 59 Jahre alte gelernte Maschinenbauer und frühere IT-Spezialist in einem Schweizer Unternehmen in seinem neuen Beruf als Craft-Beer-Brauer eigens für die Zeit zwischen den Jahren noch einmal rund 1000 Liter reifen lassen in seiner nagelneuen Brauerei in einer ehemaligen Scheune seines alten Bauerhofes, in die er dieses Jahr rund eine Viertelmillion Euro in Umbau und Brauereitechnik investiert hat.

Sorte "Feierabend" macht den Anfang

An den Start gegangen ist Thomas Hein mit seiner Sorte "Feierabend" – stilecht offeriert zur ersten Abfüllung Anfang September überhaupt. Die erste Charge (wie bei jeder Sorte rund 1000 Liter) des leicht gehopften Kellerbieres war schnell weg. Zum "Feierabend" gesellten sich – um den Tageslauf rund zu bekommen – das "Znüni" als Bier nach belgischer Brauart, das "Mahlzeit" als sehr solides Kellerbier, das "High Noon", das nach dem Vorbild eines amerikanischen Pale Ale stark gehopft ist, das "Zvieri" als "aromatisches Lager für Liebhaber", wie Thomas Hein es selbst nennt – und eben das "Abendrot".

Alle zu haben in der selbst vor Ort abgefüllten und etikettierten 0,3-Liter-Flasche. Kein Wunder, dass ohne viel Werbung gemacht zu haben, der erste "Tag der offenen Tür" im "Markgräfler Brauwerk" am ersten Adventsonntag zu einem Ereignis nicht nur für den Stadtteil geworden ist, der eigentlich vor allem für seinen Wein bekannt ist.

"Tag für Winzer" in der Brauerei

Stichwort: Wein. Das "Znüni" ist etwa entstanden als gemeinsame Idee zusammen mit einem Freund, der privat Bier braut – und im Weinbauinstitut in Freiburg arbeitet. Den Zugang zur Tannenkircher Brauerei über den Wein möchte Thoas Hein denn auch bewusst ausbauen und nutzen – so beispielsweise mit einem speziellen "Tag für Winzer" in der Brauerei am Flühweg.

Ohnehin nutzt Brauereichef Thomas Hein den Weinweg für den Aufbau seines Vertriebsnetzes.

So gibt es die Produkte vom "Markgräfler Brauwerk" etwa beim Weingut Büchin in Schliengen oder auch bei Straub in Blansingen. Zudem gibt es das Tannenkircher Bier auch in Basel (Hotel "Parterre One") und im Großraum Freiburg, wo die Denzlinger Getränkehandlung Klaus Stadelbauer die Hein-Biere in seinem Sortiment stehen hat.

Und weil eben abzusehen ist, dass die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden kann, möchte Thomas Hein seine Produktion für 2018 auf 300 bis 400 Hektoliter erhöhen. Noch nicht abschließend geklärt ist, mit welchen Sorten, wie Hein der Badischen Zeitung gegenüber erläuterte. Zwei, drei Kernsorten sollen beibehalten werden (etwa das "High Noon" und das "Feierabend"). "Meine Kunden schätzen bisher die Abwechslung und sind gerne bereit, neue Sorten zu probieren", hat Thoma Hein noch einige Pfeile im Köcher, um in seiner gut 200 Quadratmeter großen Brauerei Ideen umzusetzen.
Info

Öffnungszeiten für den Verkauf sind immer von Mittwoch bis Freitag, 14 bis 18.30 Uhr, und samstags von 9 bis 13 Uhr. Infos gibt es natürlich auch unter http://markgräfler-brauwerk.de