Wein & Gut (Malterdingen)

Michael Kintz: "Gemeinsam am Werbeauftritt arbeiten"

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Di, 24. April 2018 um 17:42 Uhr

Malterdingen

BZ-Serie "Weinkult Breisgau" (3): Michael Kintz aus Malterdingen sieht Chance für ein für hochwertige Burgunder bekanntes Anbau- und Feriengebiet

BZ: Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Bundespräsidenten zum Essen eingeladen. Welche Flasche Wein aus Ihrem Keller bringen Sie ihm mit und warum gerade diesen?
Kintz: Weißburgunder 2015, im kleinen Holzfass ausgebaut, 30 Kilogramm Ertrag pro Ar – momentan mein Lieblingswein.

BZ: Die Breisgauer haben sich viele Jahre hinter Kaiserstuhl, Markgräflerland, Ortenau versteckt. Was muss sich ändern, damit das Anbaugebiet bekannter wird?
Kintz: Die Produzenten sollten gemeinsam an ihrem Werbeauftritt arbeiten. Andere Regionen machen dies schon erfolgreich seit Jahren.

BZ: Was gefällt Ihnen am Beruf des Winzers?
Kintz: Das sich ständig ändernde Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, das in jedem Jahrgang seine Entsprechung findet.

BZ: Was schätzen Sie persönlich am Breisgau?
Kintz: Die Menschen und den Blick aus den Reben nach Westen in die Rheinebene ...

BZ: Mit welchen Weinen kann sich der Breisgau profilieren?
Kintz: Mit den Burgundern: Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder-Pinot.

BZ: Was ist für Sie ein großer Wein?
Kintz: Ein großer Wein hat die Mineralien des Bodens, die Frucht und Säure in perfekter Balance in sich vereint und animiert zu mehr.

BZ: Was trinken Sie, wenn kein Breisgauer mehr im Keller liegt?
Kintz: Ein Bier aus einer kleinen Brauerei im Breisgau.

BZ: Beschreiben Sie in drei Schlagworten Ihre Betriebsphilosophie.
Kintz: Individualität, handwerklich, weniger ist mehr.

BZ: Die Beschaffenheit der Böden wird immer wichtiger für die Weinproduktion. Was kennzeichnet Ihre Rebhänge?
Kintz: Verzicht auf Kunstdünger, viel Handarbeit, zum Beispiel Entblättern, Stutzen, Lese. So sind nicht so viele Überfahrten notwendig, der Boden wird weniger verdichtet.

BZ: Der Klimawandel schreitet rasant voran. Muss der Breisgau Alternativen zu den Burgundersorten finden?
Kintz: Alternativen zu den Burgundersorten wohl nicht. Hier gibt es Möglichkeiten der Bearbeitung im Rebberg, mit denen man dem Klimawandel Rechnung tragen kann.

BZ: Wo steht der Breisgau in 20 Jahren?
Kintz: Wenn mehr an einem Strang ziehen, ein für hochwertige Burgunder bekanntes Anbau- und Feriengebiet.

BZ: Sie gewinnen im Lotto zwei Millionen Euro. In welches Wein-Projekt stecken Sie das Geld?
Kintz: In den Kellerbau.
Michael Stefan Kintz

ist Betriebsinhaber des Malterdinger Weinguts Wein & Gut. Die Betriebsgröße beträgt ein Hektar, produziert werden 3500 bis 4000 Flaschen jährlich.

Weinkult Breisgau

Weinverkostung und Wein-Party "Weinkult Breisgau", Freitag, 18. Mai, 18 bis 2 Uhr, Weingut Weber in Ettenheim, Vorverkauf 30 Euro, Abendkasse 35 Euro (inklusive Weine, Sekt und Wasser), BZ-Card-Inhaber erhalten 2 Euro Ermäßigung; Karten beim BZ-Karten-Service (bz-ticket.de/karten oder Telefon 0761/4968888) sowie bei allen BZ-Geschäftsstellen.

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