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22. April 2017 00:00 Uhr

Würzen und Einlegen

Miriam Kokemoor aus Ihringen macht Regionales zu Eingemachtem

Pflaumenchutney mit Portwein, Kürbis-Birnenchutney oder scharfer Ingweraufstrich: Miriam Kokemoor aus Ihringen experimentiert mit Erzeugnissen aus ihrem Biogarten.

  1. Miriam Kokemoor kocht, legt ein und experimentiert mit Aromen. Foto: Michael Wissing

Der Durchbruch kam 2013. Miriam Kokemoor gewann den Wettbewerb "Kochen mit Edeka", der in Zusammenarbeit mit der Badischen Zeitung ausgelobt wurde. Die begeisterte Hobbyköchin hat nicht nur eine profunde Ausbildung als Hotelfachfrau, sondern ist viele Jahre im In- und Ausland ihrem Beruf nachgegangen. Nebenbei war sie als Prüferin der IHK für gastronomische Berufe tätig.

Der Sieg beim Edeka-Kochwettbewerb, das Erlernen des Einweckens von der Großmutter, das gute Zureden vieler Freunde und der große Spaß am Einkochen, Einlegen, Herstellen und mit Aromen zu experimentieren, veranlassten Miriam Kokemoor schließlich, sich selbstständig zu machen und ein Gewerbe anzumelden. Im März 2014 gründete sie "GeschmackSache" in ihrem lauschigen Winzerhof in Ihringen.

Kokemoor ist mit einem Feinschmecker verheiratet

Miriam Kokemoor hat auch noch das Glück, "eine der besten Nasen Deutschlands und der Schweiz" geheiratet zu haben. Ihr Mann Christoph Kokemoor ist der vielfach ausgezeichnete Sommelier im Drei-Sterne-Restaurant "Cheval Blanc" in Basel. "Mein Mann ist mein schärfster Kritiker. Er probiert alles, was ich herstelle und gibt seine Bewertungen zu Geschmack und Ausgewogenheit und zur Symbiose zwischen Frucht und Gewürzen ab", erzählt Kokemoor.

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In ihrem großen selbstangelegten Garten – die Familie Kokemoor versorgt sich und die Eltern mit Kräutern, Gemüse und ein bisschen Obst vorwiegend selbst – findet die Autodidaktin viele ihrer Grundprodukte. "Das Hauptprodukt muss natürlich immer im Vordergrund stehen. Es sind die Chutneys, die Saucen, Gewürzsalze und die Essige, die ich am meisten verkaufe. Damit hat auch alles angefangen. So passt beispielsweise mein Aprikosenchutney mit Lavendel sehr gut zu Schweinesteaks, aber auch zu Fisch oder Käse. Das Quitten-Birnen-Chutney, das beim Kochwettbewerb der Badischen Zeitung auch seinen Platz im Menü hatte, ist ideal zu Wildgerichten oder zu Raclette und zu Käse. Mein sehr beliebtes Zwiebelconfit kann man zu gekochten Fleischgerichten und Terrinen servieren und es passt auch hervorragend zu frischem Ziegenkäse. Ein scharfer ,Tomatenstreich’ schmeckt wunderbar zu Pommes, zu Grillfleisch oder aufs Brot unter die Wurst", erklärt die sympathische Jungunternehmerin. Jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr öffnet sie ihren kleinen Verkaufsraum in der Wasenweilerstrasse 4 in Ihringen am Kaiserstuhl. Ansonsten kann man telefonisch und natürlich online bestellen.

Chutneys, Pesto, Saucen – all das gibt es bei ihr

Die Chutneys werden im 125 g Glas zwischen 4 und 4,50 Euro verkauft. Zurzeit kann man Pflaumenchutney mit Portwein, Kürbis-Birnenchutney, Grünes Tomatenchutney und Scharfer Ingweraufstrich erwerben. Bereits ausverkauft sind Weinbergpfirsichchutney mit Ingwer sowie Mangochutney. Miriams Pestos aus Bärlauch, Basilikum oder Rucola schmecken natürlich zu Nudeln sehr gut, passen aber auch zu gebackenem Schafs- oder Halloumikäse oder als Brotaufstrich oder auf Crostini. Sehr beliebt sind auch ihre Saucen in 100 g oder 150 g Gläsern zu 3,50 Euro. Hier kann man wählen zwischen Currysauce, süßsaurer Chilisauce, fruchtiger Paprikasauce, Barbecuesauce, Erdbeer-Ketchup, Whiskeysauce, Kürbisketchup oder Paprika-Tomaten-Salsa.

Gewürzsalze und Senf aus dem Reagenzglas

Die Salze werden in Reagenzgläsern mit Schraubverschluss (35 g für 2,20 Euro) angeboten. Die Sorten sind Bärlauchsalz, Basilikumsalz, Zitronensalz, orientalisches Gewürzsalz, Schoko-Chili-Salz, mediterranes Gewürzsalz, Blütensalz, Rosensalz, japanisches Gewürzsalz, südfranzösisches Gewürzsalz oder Zitronengras-Koriander-Salz. Vor allem die Senfherstellung, Miriam Kokemoor mahlt die Senfkörner selbst, hat es der geübten Handwerkerin angetan. "Vergangenes Jahr habe ich erstmals Erdbeersenf hergestellt mit Rote-Bete-Saft für ein schönes Rot; die Farbe war sehr ansprechend. Nach zwei Wochen veränderte der Senf seine Farbe in einen eher unansehnlichen Braunton. Ich nahm ihn aus dem Verkauf, denn das Auge isst bekanntlich mit. Dann kamen aber so viele Kunden, die sich nach meinem Erdbeersenf erkundigten, dass ich ihn sozusagen unter der Hand restlos ausverkauft habe", erinnert sich sie lächelnd. Heute stehen Orangensenf, Wildkräutersenf, Chilisenf, Ingwersenf, Rosmarin-Apfelsenf und Birnensenf für 3,80 Euro im 100 g Glas auf den liebevoll dekorierten Verkaufstischen.

Essige à la Himbeer, Bärlauch und Apfel

In 250 ml Glasflaschen (5,50 Euro) werden Erdbeer-, Himbeer-, Bärlauch-, Apfel-Estragon-Holunderbeeren-, Holunderblüten-, Kirsch-Balsam-, Mango- und Schwarzer-Johannisbeer-Essig angeboten.

Fruchtaufstriche

Auch Marmeladen kocht Miriam Kokemoor ein und verkauft die Sorten Schwarzwälder Kirsch, Rhabarbergelee, Hasenstreich, Hagebutte-Mispel und Feigenaufstrich. Bislang macht sie noch keine Werbung für ihr Sortiment und lebt von Mund-zu-Mund-Propaganda. Man findet sie mit einem kleinen Stand manchmal auf Spezialmärkten. Dass die Kunst des Einmachens, des Einkochens, des Selbstherstellens wieder von den Kunden geschätzt wird, freut sie natürlich und sieht dies auch als einen ganz eigenen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur natürlichen, gesunden Ernährung ohne Geschmacksverstärker und Zusatzstoffen. Die Fahrt ins herrliche Ihringen lohnt allemal. Guten Appetit!
GeschmackSache

Miriam Kokemoor, Wasen-
weilerstr. 4, 79241 Ihringen, Tel. 07668/9960429,
http://www.miriams-geschmacksache.de

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Autor: Christian Hodeige