Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. August 2017 19:40 Uhr

Essen auf Rädern

So war das BZ-Foodtruck-Festival in Bad Krozingen

Neue Geschmackserlebnisse machten die Besucher am Samstag auf der ersten Foodtruck-Meile. Mehr als 30 Anbieter formierten sich zu einem einzigen Schlemmerparcours.

  1. Mit Musik schmeckt es gleich noch viel besser. Foto: Julia Klaus

Der erste Eindruck

Menschenmassen schieben sich dicht gedrängt durch die Innenstadt. Es duftet nach Gegrilltem, Musik liegt auch in der Luft. Auf der Nepomukbrücke werden gleich hinter dem feuerroten Oldtimerbus Cocktails gemixt. Gegenüber können die Besucher auf Liegestühlen Sonnenbaden. Richtung Lammplatz drehen Kinder eine Runde auf dem Karussell. Vom Lammplatz bis zum Bahnhofsplatz ist auch alles voll. An den Food Trucks bilden sich Schlangen. Wer schon was auf der Hand hat, sucht nach einem Plätzchen an den Bier- oder Bistrotischen oder fläzt sich in die Polsterlandschaft beim Bahnhofsplatz.

Das Publikum

Jung und Alt, manche mit Kinderwagen, manche mit Gehstock, drängelt sich an den mobilen Gourmetküchen vorbei. Mit einem Glas Wein in der Hand oder einer Eiscreme schlendern sie von einem Stand zu nächsten und studieren die Karten. Eine Familie aus Neuenburg möchte die Kartoffelspiralen haben. Sie sind extra für die Food Truck Meile in die Stadt gekommen. Das sei jedoch erst die Vorspeise, sagen sie. Nachher wollen sie sich noch einen Burger gönnen. Und anschließend gibt’s was Süßes bei Stefans Käsekuchen. Wenn sie sich dann durchgefuttert haben, scherzen sie, lassen sie sich in den Zug rollen, denn das sei ja so praktisch hier, mit direktem Gleisanschluss.

Werbung


Die Qual der Wahl haben auch Mutter und Tochter aus Emmendingen. Sie wollten mal sehen, was hier so geboten ist, meinen sie und verraten, dass die Mutter aus Bad Krozingen stammt. Die ist richtig begeistert von der Food Truck Meile, und für die Stadtbaumeister gibt es gleich noch ein Kompliment. Hat sich gut entwickelt, das Heilbad. Aus München kommt das Pärchen, das sich mit Töchterchen und Opa auf den Liegen auf der Nepomukbrücke entspannt. Sie kommen direkt von Hamburg und besuchen auf der Heimreise nach München den Vater, der in Bad Krozingen lebt.

Die Speisen

Ob herzhaft oder süß, ob mit Fleisch oder vegetarisch, ob gebacken oder gegrillt, ob mit scharfem Topping oder mit Barbecuesoße – bei 30 Food Trucks ist für jeden etwas dabei. Die Auswahl reicht vom Beef-Burger bis zum Gemüsewrap, es gibt Flammkuchen, Holzofenpizza, Käsespätzle, Dry-aged-Beef-Steak-Sandwich, Champignons im Bierteig, Tacos oder Tortillas, aus Weizen oder Mais, mit Fleisch oder mit Gemüse und Salsa nach Wahl. Das Maultäschle gibt es deftig nach Großmutters Art oder als Hüttentäschle mit Schafskäse. Auf Papa Joe’s BBC-Truck ist ein riesiger Grizzlybär aufgedruckt. Nein, Bärenfleisch gibt es hier nicht, das sei in Deutschland nicht erlaubt, sagt der Food Trucker, aber in Kanada würde man es kriegen.

Auf die Crêpes nebenan kommen wahlweise Emmentaler oder Nutella. Schleckermäuler finden aber auch Mundenhof-Eis oder Käsekuchen sowie Waffeln mit Apfelmus, Banane, Karamell, Puderzucker oder als Tolle Rolle mit Biofüllung wie Bergkäse oder Currygemüse. Nicht zu vergessen die Getränkeauswahl. Sie reicht vom trendigen handgemachten Craft-Bier – Marke Wild Bobbele ohne Bart – bis zum Winzersekt, der stilecht an Holzfässern mit Sonnenblumendeko ausgeschenkt wird. En passant gibt es auf der Bahnhofstraße noch eine Gratisprobe geeisten Weißwein.

Die Trucks

"Selbst gemacht", steht auf einem der Trucks. "Genusslieferanten" auf einem anderen und der Dritte warnt: "Vorsicht Suchtgefahr" – das ist wohl wahr. Der Six-o-eight-Truck besticht schon durch seinen Vintage-Stil, steingrau mit rot-weißer Beschriftung. Innen sind die Wände mit Aluminium ausgekleidet und der Boden hat ein schachbrettartiges Mosaik-Design. Den habe seine Mutter, die aus Freiburg komme und sich mit ihrem gastronomischem Background irgendwann selbständig machen wollte, als ausrangierten UPS-Truck erstanden, erzählt der junge Mann am Stand.

Die Musik

"What a beautiful noise" – tönt Neil Diamonds Klassiker aus den Boxen auf dem Bahnhofplatz. Das ist jedoch nur der Pausenfüller. Wenn Rebecca und Ralph von den Wombats dann wieder loslegen, haben sie noch sehr viel mehr drauf. Es geht mit Superstimmen inklusive Geigensolo einmal quer durchs Pop- und Rock-Repertoire. Auf der Bühne am Lammplatz haben sich die Singer/Songwriter der Band Redensart mit deutschem Liedgut formiert. Danach steht hier DJ PatLike am Plattenteller – bis schließlich am späten Nachmittag DJ Rödix mit Oldies übernimmt.

Das Fazit

"Wir sind sehr zufrieden, ein voller Erfolg", freute sich Markus Fangmann, Leiter des Regionalverlags Freiburg/Breisgau/Markgräflerland der Badischen Zeitung, die die Food Truck Meile zusammen mit dem Gewerbeverband und der Stadt organisiert hat. Der Aufwand – immerhin komme alles in allem eine nahezu fünfstellige Summe zusammen – habe sich gelohnt, die Resonanz von rund 13 000 Besuchern sei überwältigend. Gleiches war von Stefan Lütten, Fachbereichsleiter des Gewerbeverbandes, zu hören. Außerdem nutzten viele Besucher die Gelegenheit gleich noch zum Einkaufen.

Mehr zum Thema:

Autor: Susanne Müller