Freiburg

Winzer, Gastronomen und Organisator sprechen von Rekordumsatz auf dem Weinfest

Christian Engel

Von Christian Engel

Mi, 11. Juli 2018 um 09:13 Uhr

Gastronomie

Die Flaschen sind leer, der Lachs ist verputzt, das Freiburger Weinfest ist rum: Gastronomen und Winzer ziehen ein positives Fazit – sehen hier und da allerdings Verbesserungsbedarf.

Müller-Thurgau, Gutedel, Grauburgunder und ihre Weißweinfreunde sind laut Alixe Winter in den vergangenen sechs Tagen nicht alt geworden. Ständig plätscherten sie in Gläsern und versetzten Gaumen in Verzückung. Rotweine hingegen waren weniger gefragt. "Bei solch warmen Temperaturen", sagt die Chefin der Alten Wache, "greifen die Gäste lieber zum Weißwein – oder zum Rosé." Jedenfalls griffen sie nicht zu wenig zu: Die Rede ist von einem Umsatzrekord.

Schöne Sommerabende vor toller Kulisse

Zumindest berichtet der Veranstalter, die städtische Gesellschaft Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH (FWTM), vollmundig von einem gelungenen Fest. Der Samstag beispielsweise war der "umsatzstärkste Veranstaltungstag aller Zeiten", vermeldet die FWTM. Konkrete Zahlen liegen allerdings nicht vor, die Meldung fußt auf Rückmeldungen von Winzern und Gastronomen, die von Umsatzrekorden sprachen.

Es kamen in den sechs Weinfesttagen jedenfalls etliche glückliche Umstände zusammen, weswegen alle eine so positive Bilanz ziehen können: Das Wetter war unschlagbar, durch das frühe Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft waren etliche Menschen Freitag- und Samstagabend auf dem Münsterplatz und nicht vor der Mattscheibe. Das riesige Angebot an Speisen und Getränken machte Appetit und Lust. Tausende Menschen genossen das Fest mit der schönsten Kulisse, die Freiburg zu bieten hat.

Gerhard Gottschalk, Winzer aus Tiengen, spricht vom besten oder zweitbesten Ergebnis, das er in den vergangenen 17 Jahren auf dem Fest erzielt hat. Neben dem guten Wetter freute ihn vor allem das angenehme Publikum: "Niemand pöbelte oder warf Gläser, alle akzeptierten den Ausschankschluss – es war ein guter Mix aus jungen Leuten, Familien, Touristen und älteren Bürgern."

Toiletten sollen Mangelware gewesen sein

Alixe Winter von der Alten Wache kann dem nur zustimmen, sie erlebte ein "friedliches und gut gelauntes Publikum". Die Gäste setzten ihrer Meinung nach vor allem auf Qualität. "Der Besucher schaut nicht auf den Preis", sagt Winter. Sie hat erstmals in der Alten Wache Wein in langstieligen Gläsern ausgeschenkt – das sei gut angekommen.

Sie hat den Eindruck, die Tendenz gehe weg vom Zehntele hin zum Flaschenkauf. Das war auch bei der "Generation Pinot" im Historischen Kaufhaus zu beobachten, wo sich allerdings auch einer der wenigen Schwachstellen des Festes zeigte: Es gab zu wenige Toiletten. Auch Alixe Winter forderte: "Wir brauchen mehr."