Weingut Holub (Tutschfelden)

Horst Holub: "Qualität statt Quantität, Natur statt Chemie"

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Di, 24. April 2018 um 17:15 Uhr

Gastronomie

BZ-Serie "Weinkult Breisgau" (7): Horst Holub aus Tutschfelden will im Keller möglichst wenig in die Struktur des Produkts eingreifen.

BZ: Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Bundespräsidenten zum Essen eingeladen. Welche Flasche Wein aus Ihrem Keller bringen Sie ihm mit und warum gerade diesen?
Horst Holub: Einen Grauburgunder Spätlese "Malterdinger Bienenberg". Dieser Wein wurde im Barrique ausgebaut und ist ein idealer Essensbegleiter zu Gerichten wie zum Beispiel Risotto, Kartoffelsuppe, Kalbssteak oder kräftige Fischgerichte.



BZ: Die Breisgauer haben sich viele Jahre hinter Kaiserstuhl, Markgräflerland oder Ortenau versteckt. Was muss sich ändern, damit das Gebiet bekannter wird?
Holub: Gemeinsam ist man stärker – abgestimmte Werbemaßnahmen, gemeinsame Veranstaltungen, Austausch mit Kollegen.

BZ: Was gefällt Ihnen am Beruf des Winzers?
Holub: Die Verbundenheit mit der Natur. Ein Produkt zu schaffen, für das man alleine verantwortlich ist. Dass jedes Jahr wieder eine neue Chance bietet, Dinge besser zu machen.

BZ: Was schätzen Sie persönlich am Breisgau?
Holub: Die Böden und das Klima sind für den Anbau der Burgundersorten hervorragend geeignet.

BZ: Mit welchen Weinen kann sich der Breisgau profilieren?
Holub: Ganz klar mit den Burgundersorten: Weiß-, Grau- und Spätburgunder.

BZ: Was ist für Sie ein großer Wein?
Holub: Ein Wein, der nicht satt macht, sondern Lust auf ein zweites und drittes Glas macht.

BZ: Was trinken Sie, wenn kein Breisgauer mehr im Keller liegt?
Holub: Deutsche Rieslinge, französische Pinot Noirs und österreichische Grüne Veltliner.

BZ: Beschreiben Sie in drei Schlagworten Ihre Betriebsphilosophie.
Holub: Qualität statt Quantität, Natur statt Chemie, möglichst wenig Eingriffe im Keller.

BZ: Die Beschaffenheit der Böden wird immer wichtiger für die Weinproduktion. Was kennzeichnet Ihre Rebhänge?
Holub: Muschelkalk auf Löß/Lehm – ideal für Burgundersorten. Begrünung der Rebzeilen, mechanische Unterstöckbearbeitung, keine verdichteten Böden.

BZ: Der Klimawandel schreitet rasant voran. Muss der Breisgau Alternativen zu den Burgundersorten finden?
Holub: Momentan nicht. Aber mittelfristig sind sicher Sorten wie Syrah, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon und Merlot ein Thema.

BZ: Wo steht der Breisgau in 20 Jahren?
Holub: Idealerweise da, wo das Burgund jetzt steht. Wird schwierig (das Burgund hat auch zirka 400 Jahre gebraucht), aber das sollte das Ziel sein.

BZ: Sie gewinnen im Lotto zwei Millionen Euro. In welches Wein-Projekt stecken Sie das Geld.

Holub: In den Neubau eines Weingutes und in den Zukauf von Spitzenlagen.
Horst Holub (68)

ist Winzer und Inhaber des Weinguts Holub in Tutschfelden mit 2 Hektar Anbaufläche (Jahresproduktion: 7000 bis 9000 Flaschen).