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21. August 2017

Ende einer Musik-Kneipe

Zum letzten Abend im "Salmen" gab es nochmal Live-Musik

Ivonne Cylok und T. Bo Gawer gastierten am Freitagabend im „Salmen“. Es war der letzte Konzertabend unter der Regie der Wirtin Alexandra Utz, die als Pächterin aufhört.

  1. „Salmen“-Pächterin Alexandra Utz hört auf Foto: Haberer

HERBOLZHEIM. Das Musikerduo, das von Rheinhausen aus durch die Lande zieht, verkörpert wie wenige Musiker die von Alexandra Utz gepflegten Besonderheiten des "Salmen". Und: Sie haben sich dort "gefunden", wie Ivonne Cylok erzählt.

"Im ,Salmen’ haben wir uns 2013 kennengelernt und dann geheiratet", sagt sie. Seitdem treten die beiden als "Ive & T. Bo" auf und verstehen es, das Gefühl des American Blues und Folk rüberzubringen. In den zwölf Jahren mit Pächterin Alexandra Utz war der "Salmen" ein Ort der Begegnung. "Man fühlt sich hier gleich zu Hause", sagt T. Bo Gawer. "Dazu trägt auch die Wärme und Natürlichkeit von Alexandra bei", fügt er hinzu. Auch das alte Holz, die Enge, das Verwinkelte und das vom Eingang bis zum Garten gar nicht Funktionale machen den "Salmen" aus. Bedienung Steffi Stein nennt es "urig". "Weil es nicht so groß ist und die Band nahe am Publikum spielt, kommt hier schnell Stimmung auf", sagt sie.

"Ich könnte drei Mal die Woche ein Konzert anbieten", sagt Alexandra Utz zur Nachfrage. Musikkneipen wie den "Salmen" gibt es kaum noch in der Region. Wenn die Kneipe zu sei, werde "ein Stück Kultur fehlen", sagt Steffi Stein. Mit Herzblut habe die Wirtin dieses Stück Kultur aufgebaut und geführt, sagt sie. "Es wird ein Stück Herbolzheim fehlen", sagt Gast Wolfgang Kittel, selbst Schlagzeuger.

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"Es ist Stress pur", sagt Alexandra Utz. Die Kneipe am Laufen zu halten, für das Programm zu sorgen und das Ambiente zu pflegen, sei ein "Komplettpaket", das Kraft koste, erklärt die 47-Jährige. Der Stress sei ihr langsam zu viel. Vielleicht könne man den "Salmen" für Kulturveranstaltungen mit Sonderkonzessionen am Leben halten, sagt sie dazu, wie es weitergehen könnte, wenn sich kein Pächter finde. Auch Alexandra Utz hängt an dem Stück Kultur, das sie geschaffen hat. Wie es mit ihr beruflich weitergeht, weiß sie noch nicht. Sie spricht von Ergotherapie oder Tierphysiotherapie, irgendwas werde schon klappen.

Am Samstag war der "Salmen" zum letzten Mal geöffnet, nun bleibt er vorerst geschlossen.

Autor: Michael Haberer