Anna-Lena ist überglücklich: Reise in den Senegal

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Sa, 13. Februar 2010

Schopfheim

Die 16-jährige Fahrnauerin begleitet den Verein "Rollis für Afrika", um Rollstühle und andere Hilfsmittel vor Ort zu verteilen.

FAHRNAU (mj). "Ich fliege mit in den Senegal": Die 16-jährige Anna-Lena Kienzler strahlt vor Freude über das ganze Gesicht. Die Geschichte begann Anfang September vergangenen Jahres, als sich die junge Fahrnauerin für den Verein "Rollis für Afrika" engagierte und erfolgreich Rollstühle und andere Hilfsmittel sammelte. Aufmerksam geworden war sie auf den Verein über ein Konzert ihrer Lieblingsband "Irie Révoltés", die denjenigen freien Eintritt versprochen hatte, die einen Rollstuhl für die Afrika-Hilfe mitbringen. Anna-Lenna Kienzler wusste um das soziale Engagement der Band und war spontan bereit, sie zu unterstützen. Über einen Aufruf in unserer Zeitung kamen im September 2009 sechs Rollstühle, darunter ein Kinderolli, zwei Paar Krücken, vier oder fünf Rollatoren und ein Geh-Bock zusammen. Sie managte auch, diese Hilfsmittel zum Konzert nach Freiburg zu schaffen.

Die Band "Irie Révoltés" unterstützt den Verein "Rollis für Afrikas", den sie selbst mitbegründet hat. Bandmitglied Male Élevé und sein Kumpel Estevan, der selbst im Rollstuhl sitzt, haben das Projekt "Rollis für Afrika" ins Leben gerufen. Sie sammeln Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen, die nicht mehr benötigt werden und bringen sie persönlich in den Senegal. Diese Hilfsmittel sorgen in Afrika dafür, dass behinderte Menschen wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Bei ihrer Aktion hat Anna-Lena Kienzler Mitglieder vom Verein "Rollis für Afrika" kennengelernt. Ihr wurde versprochen, dass sie bei einer der Reisen in den Senegal mitkommen könne. Dann hörte sie bis Anfang Dezember nichts mehr. Und jetzt ist es soweit. "Abflug ist am 18. Februar, am 25. März komme ich zurück," sagt Anna-Lena Kienzler. Der Verein musste erst noch das Geld für den Transport der Hilfsmittel zusammenbekommen. Mit der Schule habe sie alles geklärt, den versäumten Lehrstoff wird sie in Eigenverantwortung nachholen, wenn sie zurück ist. "Für mich ist das eine Chance, die ich unbedingt nutzen will." Elf Leute, darunter sie und drei weitere Praktikantinnen, eine Krankenschwester, ein Techniker, der die Hilfsmittel genau anpasst und eine Physiotherapeutin, werden in Senegals Hauptstadt Dhakar auf das Eintreffen des Schiffes mit den Hilfsmitteln warten.

Anna-Lena Kienzler half in Heidelberg mit, die insgesamt 260 Hilfsmittel im Container zu verstauen, der voraussichtlich am 1. März in Dhakar eintreffen wird. Bei einer anschließenden Benefiz-Party in Heidelberg hat sie diejenigen kennengelernt, mit denen sie im Senegal unterwegs sein wird. Der erste Eindruck ist positiv: "Wir sind bestimmt eine gute Truppe."

Sie ist davon überzeugt, dass sie auch während der Wartezeit in Dhakar Sinnvolles tun kann. Dort gebe es eine senegalesische Behindertenorganisation, die der Verein "Rollis für Afrika" kennt. Die Hilfsmittel aus Deutschland werden dann im ganzen Land verteilt. "Dafür gibt es einen Bus mit einem eigenen Fahrer."

Sie ist auch gespannt, wie es ihr als Praktikantin ergehen wird. Der Verein nehme zum ersten Mal Praktikantinnen mit. Ihre Aufgabe ist es, ein Tagebuch fürs Internet über die Aktion zu erstellen. Sie hat damit bereits begonnen. Vom 1. März an werde es dann sicher richtig spannend, wenn es ins Landesinnere geht. Zwei Praktikantinnen erstellen ein Video-Tagebuch, alle seien zwischen 16 und 17 Jahre alt.

Wer Lust hat, mal einen Blick ins Tagebuch zu werfen, findet es im Internet unter http://www.rfa.deeeda.com