Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. Februar 2016

BASF lässt nach weiteren Altlasten im Boden suchen

BASF nimmt auf Veranlassung des Landratsamts als zuständige Bodenschutz- und Altlastenbehörde das Werksgelände unter die Lupe.

  1. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt dieses Foto des früheren Standorts von Geigy, Ciba-Geigy und Ciba Spezialitätenchemie, wo heute BASF ansässig ist. Foto: BASF

GRENZACH-WYHLEN (BZ/ger). Dem Landratsamt Lörrach liegt das Untersuchungskonzept für die ausführliche Untersuchung potentieller Bodenverunreinigungen auf dem Werksgelände der BASF Grenzach vor. Dort sind Auffüllungen bekannt, die im Altlastenkataster des Landkreises erfasst sind. Bisher wurden diese Flächen in einer ersten Stufe orientierend untersucht, teilt BASF mit.

In einem umfangreichen Gutachten wurde eine systematische Aufarbeitung des Standorts vorgenommen und die 120-jährige Entwicklung der industriellen Nutzung dargestellt. Im Anschluss daran wurden die Auffüllbereiche mit allen dazu vorliegenden Informationen näher betrachtet. Für drei der Flächen besteht aktuell weiterer Erkundungsbedarf. Dabei werden Untergrunduntersuchungen aus den vergangenen Jahren berücksichtigt. In den nächsten zwei Jahren soll die so genannte Detailuntersuchung erfolgen. Die daraus gewonnenen Daten und Erkenntnisse liefern Klarheit über mögliche Belastungssituationen im Untergrund und bilden die Grundlage dafür, ob und inwieweit weitere Sanierungsmaßnahmen dort erforderlich sind.

Werbung


Das Untersuchungskonzept wurde durch das Landratsamt geprüft. "Uns liegt ein sehr umfangreiches Erkundungsprogramm für die drei Flächen vor, das ermöglichen wird, diese in ihrer räumlichen Ausdehnung und ihrem potentiellen Schadstoffinventar zu erfassen", wird Inga Nietz vom Fachbereich Umwelt des Landratsamts Lörrach in der Mitteilung von BASF zitiert.

An technischen Maßnahmen werden unter anderem geophysikalische Erkundungsmethoden sowie großkalibrige Aufschlussbohrungen, Bodenluftabsaugungen und geohydraulische Untersuchungen vorgenommen. BASF beauftragte damit eine Fachfirma. Die Erkundungsmaßnahmen sind unabhängig von der Sanierung der Kesslergrube und werden in den nächsten Jahren durch das Landratsamt Lörrach als überwachende Behörde begleitet.

"Die schrittweise Erkundung der restlichen Verdachtsflächen des 50 Hektar großen Firmengeländes entspricht nicht nur den umweltrechtlichen Vorgaben", sagt Nietz, "sondern hilft, mögliche Auswirkungen auf die relevanten Schutzgüter Boden, Grund- und Oberflächengewässer zu bestimmen."

Nach Auskunft des Landratsamts Lörrach gab es keinen besonderen, aktuellen Anlass dafür, dass die Behörde anregte, nun auch das Grenzacher Werksgelände des Unternehmens nach möglichen Bodenverunreinigungen zu untersuchen. Auch aufgrund der langen Geschichte dieses Chemiestandorts und den Altlasten, die sich bekanntlich in der benachbarten Kesslergrube befinden, sei davon auszugehen, dass auch der Boden des Werkgeländes verunreinigt sein könnte.

Autor: bz