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14. August 2009

CDU steht zu Muchenberger

Inzlinger Christdemokraten unterstützen den Bürgermeisterkandidaten / Viele Anliegen.

INZLINGEN. Gut anderthalb Stunden lang gab es einen Gedankenaustausch und eine rege Diskussion. Der CDU-Ortsverein hatte am Mittwoch den einzigen Bürgermeisterkandidaten Marco Muchenberger in der "Krone" zu Gast. "Wir werden keine Empfehlung abgeben, aber wir versichern dir, du wirst unsere Unterstützung haben. Wir erwarten vieles von dir", sagte Vorsitzender Alexander Braun. "Du bist auf dem Boden unserer Gesinnung, auch wenn du als unabhängiger Kandidat antrittst", versicherte Braun.

Zuvor hatte er vor mehr als 30 Zuhörern eine Erklärung abgegeben: Schon vor eineinhalb Jahren habe man Kontakte zu Marco Muchenberger geknüpft und ihn nach eventuellen Kandidatur-Absichten gefragt. Gleichzeitig habe man mit anderen Persönlichkeiten gesprochen, denn "wir als CDU haben eine Menge Verantwortung für diesen Ort... Es gab die feste Zusage eines Mitglieds von auswärts, erfahren und sehr wohl geeignet für eine Kandidatur". Als aber kurz vor dem Bewerbungstermin klar gewesen sei, dass Marco Muchenberger antreten würde, "haben wir uns als Partei geeinigt", diesen Mann, der nicht über Verwaltungserfahrung verfügt, nicht als eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Weder den Inzlingern noch der Partei habe man eine Situation zumuten wollen, wie beim Wahlkampf vor 24 Jahren. Damals hatten Teile der CDU-Mitglieder nicht den eigenen Kandidaten, sondern den unabhängigen Erich Hildebrand unterstützt, der schließlich unter sechs Kandidaten als Sieger hervorging.

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Marco Muchenberger (42) stellte sich und seinen Werdegang (Realschule, Optikerlehre, Studium auf 2. Bildungsweg, Abschluss als Diplomverwaltungswirt (FH)), seine verantwortungsvolle Tätigkeit im Lörracher Rathaus als (ehemaliger) Referent der Oberbürgermeisterin und jetziger Fachbereichsleiter für Zentrale Dienste und Ratsarbeit, als Personalleiter für 550 Mitarbeiter vor. Wenn ihm die Inzlinger am 13. September das Vertrauen als Bürgermeister aussprechen (und er bat die Bürger um eine gute Wahlbeteiligung trotz fehlender Alternative), will er sich vor allem an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren. Das gute Miteinander im Dorf dank viel ehrenamtlichen Engagements sei ihm in seiner Heimatgemeinde sehr wichtig.

Vom schnelleren Internetanschluss bis zum verbesserten Nahverkehr

Sorge mache, dass die Einwohnerzahl leicht rückläufig sei – und das nicht nur aus haushaltspolitischen Gesichtspunkten. Die Attraktivität des Dorfes mit seiner (noch) guten Infrastruktur müsse "besser dargestellt und vermarktet werden". Vielen sei nicht bekannt, was Inzlingen an weichen Standortvorteilen biete – herrliche Erholungslandschaft, Montessori-Ausbildung in der Lernwerkstatt, kulturelle Impulse auf vielen Ebenen, "geschütztes Wohnen und Leben" für Kinder.

Vielfältig war die Aufzählung als dringend bezeichneter Anliegen der Bürger: bessere Nahverkehrsanbindung, schnellerer Internet-Anschluss, Möglichkeiten für Mietwohnungsbau, Ansiedlung von Gewerbebetrieben, Einzelwünsche wie Bau einer Aussegnungshalle am Parkfriedhof oder Verbesserung der Verkehrssituation in der Riehenstraße. Auf einen mühsamen Verhandlungsmarathon in Sachen Nahverkehrs-Verbesserungen hat sich Marco Muchenberger schon eingestellt: "Das kostet richtig viel Geld."

Alexander Braun wollte längerfristige Perspektiven. Die Gemeinde besitze auch Land beim Waidhof oder bei der "alten Schutti", alte Gewerbestandorte dürften nicht einfach für Wohnungsbau umgewidmet werden. "Wir müssen uns öffnen und wir erwarten vom Bürgermeister, dass er uns zielstrebig unterstützt". Wenn die Gemeinde keine passenden Grundstücke habe, könne sie weder auf Innenraumverdichtung noch auf Wohnungsbau drängen, meinte Muchenberger. Noch attraktiver müsse man auch für Besucher und Übernachtungsgäste werden. Muchenberger: "Wir brauchen ein gewisses Marketing-Konzept mit vielen kleinen Bausteinen".

Autor: Johanna Högg