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29. April 2010

Das Experiment gelingt

Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck bekommt gutes Zwischenzeugnis.

  1. Architekt Moser erläuterte am Dienstag dem Gemeinderat den Baufortschritt beim Schülerforschungszentrum. Foto: Sabine Ehrentreich

  2. Fensterblick vom Neubau auf das bestehende „phaenovum“-Gebäude. Foto: Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Nach einem Drittel der Förderzeit weist das Schülerforschungszentrum "phaenovum" eine gute Zwischenbilanz auf. Der Rechenschaftsbericht für die europäische Interreg-Behörde, die in drei Jahren 1,06 Millionen Euro in das 2,3 Millionen Euro umfassende Projekt gibt, listet neben Seminaren und Exkursion mit Schülern aus dem Dreiländereck vor allem die naturwissenschaftliche Weiterbildung von Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen auf. Auch der Neubau liegt im Zeitplan.

Um in den Genuss von europäischen Fördermitteln zu kommen, hat das Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck den grenzüberschreitenden Ansatz gewählt. Das Konzept setzt auf die Zusammenarbeit mit Schulen vor allem aus Lörrach, Basel und St. Louis, außerdem auf ein Netzwerk aus Unternehmen, Hochschulen, Kommunen und regionalen Gebietskörperschaften – immer mit dem Ziel, die naturwissenschaftliche Begeisterung von jungen Leuten zu wecken und zu fördern. Dieser breit gefasste Ansatz hatte die Interreg-Behörde überzeugt, nun muss im Laufe der dreijährigen Förderzeit regelmäßig Bericht erstattet und Bilanz gezogen werden. Die bisherigen Ergebnisse stellen die Geldgeber zufrieden, wie Diana Stöcker berichtet. Sie hat als städtische Wirtschaftsförderin den Interreg-Antrag ausgearbeitet und ist nun mit der Projektleitung betraut.

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Dass Schüler das "phaenovum" schon sehr erfolgreich als Basis für Wettbewerbsteilnahmen etwa bei "Jugend forscht", bei der Siemens-Stiftung oder beim internationalen Kongress der jungen Physiker genutzt haben, ist eine Seite der Arbeit. Vieles spielt sich jedoch hinter den Kulissen ab. Etwa wenn Schüler zu trinationalen Ferienkursen im "phaenovum" zusammenkommen oder wenn die Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz Exkursionen in Firmen und Institute der Region aufbrechen. Dies, so berichtet Diana Stöcker, habe den vorteilhaften Nebeneffekt, dass daraus oft neue Partnerschaften mit der Wirtschaft entstehen.

Auf überraschende Resonanz stoßen Weiterbildungskurse für Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen, die in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule der Nordwestschweiz angeboten werden. 60 Pädagogen befassen sich dabei derzeit mit der Frage, wie die naturwissenschaftliche Grundbildung schon im Vorschul- oder Grundschulalter kindgerecht eingesetzt werden kann. Hintergrund dieser Kampagne ist die Erkenntnis, Kinder schon sehr früh mit der Materie in Berührung zu bringen, um langfristig den naturwissenschaftlichen Fachkräftebedarf zu decken.

Als strategische Aufgaben setzt sich das Schülerforschungszentrum in den nächsten Monaten den weiteren Ausbau des Netzwerks mit insgesamt 17 Projektpartnern und die Formulierung von Qualitätsstandards in der naturwissenschaftlichen Didaktik. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniere nur, weil es "viele Personen gibt, die sich für das Sachthema heiß gelaufen haben", sagt Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm.

Unterdessen wächst beim Hans-Thoma-Gymnasium der Neubau für das "phaenovum", der etwa eine Million Euro aus dem Gesamtbudget bindet. Ab Herbst können dort die bisher verstreuten Fachbereiche Physik, Life Sciences und Informatik unter einem Dach arbeiten.

Autor: Willi Adam