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23. März 2016

Forstarbeiter knacken die halbe Million Euro

Die Stadt Todtnau erzielt einen Gewinn von 544 500 Euro in ihrem Wald / 70 000 Euro mehr als geplant / Waldwege in der Diskussion.

TODTNAU (kr). Forstbezirksleiter Marco Sellenmerten stellte erstmals in dieser Position im Todtnauer Gemeinderat den forstlichen Betriebsplan vor. Mit einem Überschuss von 544 500 Euro lag das Ergebnis rund 70 000 Euro über dem Plan für das Wirtschaftsjahr 2015.

Ein Ergebnis, das Bürgermeister Andreas Wießner und die Stadträte sehr freute: "Das Geld können wir gut gebrauchen", sagte Wießner, und verwies auf die großen Ausgaben, die auf die Stadt durch Schulumbau, Schwimmbad und Bauhof zukommen.

Der Holzmarkt sei durch ein sehr großes Angebot negativ beeinflusst worden, betonte Sellenmerten, doch der erzielte Preis von 18,45 Euro pro Festmeter sei sehr gut. Waren für den Holzeinschlag 27 140 Festmeter veranschlagt, wurden 29 512 Festmeter vollzogen. Im letzten Jahr habe es ein großes Käferproblem gegeben, und auch Sturm habe dazu beigetragen, dass hier durch sogenannte zufällige Nutzungen rund 3000 Festmeter dazukamen. 14 000 Festmeter (47 Prozent) seien durch Regiekräfte (also eigene Waldarbeiter) eingeschlagen, 12 000 Festmeter (41 Prozent) durch Selbstwerber, der Rest durch Unternehmer und Kleinselbstwerber.

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Im laufenden Jahr 2016 werden 430 000 Euro Gewinn geplant

Der planmäßige Einschlag für das laufende Wirtschaftsjahr 2016 ist mit 27 385 Festmeter veranschlagt, der Gewinn mit 430 000 Euro, sofern sich die derzeit günstige Holzmarktprognose nicht verschlechtere und auch keine sonstigen Störungen (wie Schäden durch Sturm oder Käfer, langer Winter und frühzeitiger Wintereinbruch) auftreten. Hierzu kämen noch rund 100 000 Euro für Holz, das noch im Wald liegt.

In den Forstbetriebszielen, die Sellenmerten vortrug, ist neben den Bereichen Ökonomie und Ökologie auch der Bereich Soziales definiert. Hierzu gehört, dass der Forst eigene Waldarbeiter beschäftige und fortbilde. Aber auch die Erholungsfunktion des Stadtwalds und somit touristische Interessen müssten bei der Waldbewirtschaftung angemessen berücksichtigt werden, erklärte er. Dies gelte auch für die Unterhaltung der Waldwege, ein Thema, das Sellenmerten in der kurzen Zeit seit seiner Amtsübernahme im Juli bereits häufiger beschäftigt habe, wie er sagt. Im Todtnauer Stadtwald gibt es knapp 190 000 laufende Meter Fahrwege, 221 000 laufende Meter Maschinenwege und 64000 laufende Meter Fußwege.

Fahr- und Maschinenwege seien keine Wanderwege und als solche auch nicht ausgeschildert, sie überschnitten sich jedoch zum Teil mit Wanderwegen. Bei den reinen Wanderwegen gehöre zur Wegeunterhaltung die Beseitigung holzerntebedingter Verschmutzungen und Beeinträchtigungen, ein Aspekt, der von manchen Bürgern bemängelt werde.

Doch wenn fünf Kilometer von insgesamt 475 Kilometern Wanderwegen bemängelt würden, scheine die Mehrzahl doch zufrieden zu sein, sagte er.

80 000 Euro – der Unterhalt der Waldwege geht ins Geld

Rund 80 000 Euro sind pro Jahr für Wegeunterhaltung eingeplant, wobei die größten Kosten mit rund 43 000 Euro Unternehmer und 13 000 Euro Material verursachten. SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Stückler hält die 80 000 Euro für zu gering. Heribert Wunderle, Ortsvorsteher von Todtnauberg, betonte, dass ein großes Standbein der Tourismus sei, und diese sich oft beschwerten über den Zustand der Wege. Er hoffe, dass hier nicht zu sehr an der Qualität gespart werde.

Der Gemeinderat stimmte dem Forstbetriebsplan 2016 zu.

Autor: kr,bz