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05. März 2010

Katalogaufnahmen mit Hund, Models und Wind

Herbst- und Wintermode des Versandhauses "Hess Natur" wird bei den Isteiner Schwellen, in den Reben oder auch im G 5 in Eimeldingen fotografiert.

  1. Fotograf Sasha Pfeffer in Aktio Foto: Birgit-Cathrin Duval / bcmpress

  2. Der sechsjährige Arne, Profimodel Roxana und Hund Aisha trotzen Wind und Wetter. Foto: Duval

EFRINGEN-KIRCHEN. An dieses Fotoshooting wird sich das Team von "Hess Natur" noch lange erinnern. Hatten die Produzenten doch das Markgräflerland als Aufnahmeort eigens des guten Wetters wegen ausgesucht, um den neuen Herbst-Winter-Katalog des Versandhauses für Naturtextilien zu fotografieren. Doch das Wetter zeigte sich wenig kooperativ. Heftige Windböen und ein Mix aus Sonne und Regen stellten Models wie Fotografen bei den Isteiner Schwellen vor eine schwierige Aufgabe.

Aisha trippelt nervös hin und her, bekläfft den Mann mit Fellkappe und Fotoapparat misstrauisch, der sich ihr nähert. "Das ist nicht böse gemeint, sie ist einfach aufgeregt,” erklärt Andrea Katholing, Besitzerin der Mischlingshündin, entschuldigend. Dagegen wirkt Arne Bruhn ganz cool. Der blonde Sechsjährige darf für die nächste Einstellung mit Aisha am Rheinufer herumtollen. Vor einigen Tagen wurde bei seinem Casting als Kindermodel ausgewählt. Während seiner ersten Aufnahmen bewegt er sich bereits wie ein Profi vor der Kamera. Nur Aisha will nicht so recht. Erst als sie von der Leine genommen wird und mit einem Stock spielen darf, klappt es mit den Aufnahmen.

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KlickKlickKlick, die Kamera rattert unablässig, bannt Foto für Foto auf die Chipkarte. Assistent Chris muss unterdessen mit den Elementen kämpfen. Der großflächige Reflektor flattert wie ein Segel im Wind. Sasha Pfeffer nickt dennoch zufrieden. Die Einstellung ist geschafft. "Manchmal brauche ich für ein Bild 50 bis 60 Fotos, manchmal, wie bei diesem Wind, auch 300.” Wo andere Fotografen längst aufgegeben hätten, wird jedoch weitergemacht, das Wetter einfach in die Fotos einbezogen. Nur bei Regen oder Schneefall müsste abgebrochen werden.

Kurze Pause, die Models ziehen sich in den Bus zurück und wärmen sich auf. Arne holt sich vom Tisch mit dem Essen eine Brezel. Seit vergangener Woche sind vier Fototeams im Einsatz, um die Herbst-Winter-Kollektion 2010 für den Bekleidungshersteller Hess Natur aus dem hessischen Butzbach abzulichten. Jedes Team besteht aus Fotograf, Assistent, zwei Profi-Models, Stylist und Assistent, Haar-Make-Up-Stylist, zwei Fahrern und einer Art-Directorin, der die künstlerische Leitung der Fotoproduktion obliegt. Die Teams sind aufeinander eingespielt, arbeiten seit Jahren für Hess und wissen, auf was es ankommt. Die Atmosphäre ist entspannt. Nervig ist einzig der Wind, der Haare, Kleidung und Accessoires durcheinanderwirbelt.

Koordiniert wird die Produktion von Susanne Langner aus Efringen-Kirchen. Sie hat die Fotomodelle ausgesucht und gebucht, Flüge, Unterkünfte, Fahrdienste und Catering organisiert, Genehmigungen bei Behörden besorgt, damit die Autos, die Personen, Material, Kleidung und Essen transportieren, auf für normalen Verkehr gesperrten Straßen fahren dürfen. Unermüdlich pendelt sie zwischen den Aufnahmeorten hin und her, das Handy parat. Eben hat sie erfahren, dass ein Model ausgefallen ist, für das sie nun Ersatz finden muss. Sasha Pfeffer, der Mann mit der Fellkappe, arbeitet seit fünf Jahren als Fotograf für Hess Natur. Der 38-Jährige liebt die etwas andere Art der Fotografie für den Katalog. "Wir erzählen mit unseren Bildern Geschichten!" Fotografiert wird nach Möglichkeit mit natürlichem Licht, ohne Blitzanlagen und aufwändiges Zubehör. Michaela Krätsch-Schuberth arbeitet seit neun Jahren als freiberufliche Art-Directorin für die Katalogproduktion. Bislang fanden die Aufnahmen außerhalb Deutschlands statt, berichtet sie. Mit der Produktion im eigenen Land möchte die Firma Hess ihre Verbundenheit zum Standort Deutschland bekräftigen.

Fotoassistent Chris lädt die Bilder von der Speicherkarte der Kamera auf den Computer. Alle Einstellungen sind vorab in einem so genannten Scribble-Layout skizziert. Die Zeichnungen bilden die Vorlage für den Fotografen und stellen sicher, dass kein Kleidungsstück vergessen wird. Akribisch wird jede Aufnahme abgehakt. Danach treffen die Produzenten eine erste Auswahl, die letzte Entscheidung hat die Art-Directorin. Anschließend gehen die Bilder sofort per E-Mail an die Agentur, die sie in das fertige Layout des Katalogs einbindet. Wenn die Fotoproduktion vor Ort abgeschlossen haben, ist der Katalog bereits fertig.

Für das Fotoshooting, das am Altrhein, in den Reben, in Privathäusern und im G5 in Eimeldingen stattfindet, sind für die Herrenkonfektion acht Tage, die Damenkonfektion elf Tage und zwei weitere Tage für Pressefotos angesetzt. Später im März finden – eine Woche lang – die Aufnahmen für den Kinderkatalog statt.

Autor: Birgit-Cathrin Duval