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25. Juni 2009

Gütesiegel für den Sunnehof

"Echt Schwarzwald": Familie Krumm wurde für ihre nachhaltige Landwirtschaft ausgezeichnet.

MAULBURG. Landwirtschaft, die der Landschaft guttut, nah am Verbraucher und gleichzeitig innovativ. Für dieses vielfältige Engagement wurde der Maulburger Sunnehof gestern mit dem Siegel "echt Schwarzwald" ausgezeichnet. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Landrat Walter Schneider gratulierten der Familie Krumm zu der Auszeichnung, die erstmals einem Hof im Landkreis Lörrach verliehen wurde.

Vor über drei Jahrzehnten haben die Krumms sich für die biologische Landwirtschaft entschieden. "Das war natürlich mit vielen Ängsten verbunden", sagt Christoph Krumm, der den Hof heute leitet. "Damals gab es keinerlei Zuschüsse." Aber der Vater habe die konventionelle Landwirtschaft einfach nicht mehr mit dem Gewissen verantworten können und "konsequent wie der Vater ist", habe er umgestellt. Ihren "allerhöchsten Respekt" zollte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch dem Senior-Ehepaar Krumm für diese Entscheidung. Sie, die selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen sei, wisse, dass der Zeitgeist damals eher dahin ging, die Produktion zu erhöhen.

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Seit damals also weiden die Rinder auf der Wiese, es wurden neue, offene Ställe gebaut, fürs eigene Brot werden Dinkel, Weizen und Roggen selbst angebaut, selbst gemahlen und dann zu Backwaren verarbeitet. Der Steinofen, betont Landwirt Christoph Krumm, werde nur mit Sonnenenergie und Wasserkraft beheizt. Sonnenkollektoren bedecken alle Dachflächen. Vor einigen Jahren dann schafften die Krumms das Milchvieh ab. Heute ist der ehemalige Stall ein Hofladen: Hier gibt es alle eigenen Produkte – neben den Backwaren, vor allem Fleisch und Wurst. Außerdem werden die Produkte auf den Wochenmärkten in Lörrach, Schopfheim und Murg und in vielen Bioläden in der Region angeboten.

Heute also – aber auch schon seit einigen Jahren – zeigt sich das Visionäre der Entscheidung zur biologischen Landwirtschaft. Sie ist akzeptiert, sie sei gar der einzige Wirtschaftszweig mit zweistelligen Zuwachsraten, so Landwirt Krumm. Und auch die Auszeichnung mit dem Gütesiegel "echt Schwarzwald" bestätigt die Arbeit der Familie Krumm – vor allem ihre Innovationsfreude, so Klaus Binder von der Erzeugergemeinschaft "echt Schwarzwald". Aber es gelten auch strenge Kriterien für das Siegel: Es werden nur Kleinbauern ausgezeichnet, die direkt vermarkten und die ihr Vieh das ganze Jahr über auf der Weide halten. Langfristiges Ziel: Der Erhalt der Kulturlandschaft und die Bewahrung der traditionellen Landwirtschaft im Schwarzwald.

Genau das lobte der Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, Landrat Walter Schneider: "Mit ihrer guten Weidewirtschaft und Viehhaltung leisten sie einen ganz wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Landschaft." Nicht eine Käseglocke über die Betriebe stülpen, sondern ihre wirtschaftliche Entwicklung fördern – das sei das Ziel des Naturparks Südschwarzwald. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit dieser Auszeichnung ein Impuls geschaffen werde, so dass im Südschwarzwald bald mehr Betriebe ausgezeichnet werden können. Schließlich könnten so auch die Verbraucher teilhaben an dieser "Landschaftspflege mit Messer und Gabel".

Die Erzeugergemeinschaft "echt Schwarzwald", gegründet in der Ortenau, zeichnete bisher nur Betriebe im Naturpark Nordschwarzwald aus. Ihr gehören neben Landwirten und Metzgereien auch Gemeinden und Landkreise an.

Autor: Silke Kohlmann