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23. März 2016

Hasani und Basler werfen beim FCF das Handtuch

Friedlinger Traditionsverein steht vor dem Abgrund.

  1. Sylë Hasani Foto: Senf

WEIL AM RHEIN (jof). Mit 15 Niederlagen in 15 Spielen steht der FC Friedlingen abgeschlagen am Tabellenende der Kreisliga B, Staffel 1. Viel tiefer als der bevorstehende Abstieg in die C-Klasse ist jedoch der Abgrund, vor dem der 106 alte Traditionsverein steht, der zu seinen besten Zeiten sogar in der ersten Amateurliga spielte: Vorsitzender Sylë Hasani und sein Stellvertreter Björn Basler, die vor zwei Jahren das schlingernde FCF-Schiff übernommen haben, werfen das Handtuch und werden sich in der Hauptversammlung am Freitag, 8. April, nicht wieder zur Wahl stellen.

"Es ist nicht aufgegangen, was ich geplant habe", bedauert Hasani, der mit großem Engagement versucht hatte, den FC Friedlingen auf Kurs zu bringen. Doch mangelnde Solidarität und Unterstützung ließen all seine ehrgeizigen Pläne scheitern: "Wenn die anderen nicht wollen, dann will ich auch nicht mehr", sagt der Vorsitzende und wünscht, "dass der Nächste bessere Nerven hat als ich".

Doch ein Nachfolger ist nicht in Sicht, wie überhaupt die Führungsarbeit beim FC auf viel zu wenige Schultern verteilt ist. So sind Björn Basler und Marianne Jackowski in Doppel- und Mehrfachfunktion gefordert: Basler verwaltet als zweiter Vorsitzender auch noch die Kasse, Schriftführerin Jackowski trainiert außerdem die F-Jugend und ist für die Jugendkasse zuständig. Sie weiß noch nicht, ob sie weitermachen wird. Der stellvertretende Vorsitzende dagegen ist sich sicher, dass er sein Amt niederlegt: "Das ist ein generelles Problem im Verein, keiner will etwas in die Hand nehmen. Das ist viel zu viel Arbeit für zu wenige Leute", sagt er. Basler lässt aber auch durchblicken, dass die Zusammenarbeit zwischen Hasani und dem restlichen Vorstand nicht immer reibungslos verlaufen sei.

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Schwach besuchte Versammlung und Jahresfeier

Schon in der Hauptversammlung 2015 war deutlich geworden, wie schwer es der ein Jahr zuvor gewählte neue Vorstand haben würde. "Es ist kaum jemand bereit, Verantwortung zu übernehmen", hatte Sylë Hasani seinerzeit bemängelt. Auch hatte er die fehlende Bereitschaft der Eltern beklagt, sich im Verein einzubringen. Doch den Appell hatten nur 18 von 380 Mitgliedern gehört, so schwach war die Versammlung besucht.

Einen vorläufigen gesellschaftlichen Tiefpunkt erlebte der FC Friedlingen dann bei der traditionellen Jahresfeier im Dezember. Lediglich 50 Besucher fanden den Weg in den Pfarrsaal "Guter Hirte", gut die Hälfte der Tische blieb leer. "Ich will nicht der Totengräber des FC Friedlingen sein", hatte der Vorsitzende damals gegenüber der BZ erklärt. Jetzt sieht es so aus, als könnte dieser Fall doch eintreten.

Autor: jof