Heiße Eisen und heiße Diskussionen

Uli Merkle

Von Uli Merkle

Mi, 23. März 2016

Zell im Wiesental

Zeller Hürustreffen in der Mambacher Schmiede / 2018 steht Jubiläum "50 Jahre Hürus" an.

ZELL (BZ). "Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist" – das haben die Zeller Hürusse am Palmsamstag auch ausgiebig gemacht. Da kamen sie zu ihrem alljährlichen Hürustreffen zusammen, bei dem der jüngste unter ihnen, Hürus Daniel vom Speckzinke, offiziell in den närrischen Kreis der Edlen von Altenstein aufgenommen werden sollte.

Zuvor wurde allerdings geschmiedet und der eine oder andere Nagel eingeschlagen. Exakt 150 Jahre zuvor hat der Urgroßvater von Hürus Daniel das Licht der Welt erblickt und später eine Schmiede im Speckzinke aufgemacht. Er war quasi der "Ur-Greiner-Schmied". Nicht in der Greiner Schmiede, sondern in der Mambacher Schmiede waren nun die Hürusse zugange, schwangen den Hammer, schlugen den Amboss und übertrafen sich gegenseitig mit großartigen Sprüchen.

Erst nachdem sich die Edlen im Wilden Mann ausgiebig mit sauen Kutteln gestärkt hatten, sollte es zur offiziellen Aufnahme von Hürus Daniel kommen. Die Lage war allerdings äußerst verzwickt, da der Älteste unter ihnen, Hürus Hans, der üblicherweise diesen Akt vollstreckt, auch gleichzeitig Götti des Jüngsten ist. Er wurde deshalb wegen Befangenheit von den Anwesenden nicht akzeptiert.

Die in der Rang- und Reihenfolge folgenden Hürusse waren entweder auch befangen oder hatten sonst irgendwie "Dreck am Stecken", fanden die Fastnächtler. Schlussendlich fand man in Hürus Peter vom Mühlihof endlich einen, dem die Mehrheit Neutralität bescheinigte und der dann die Aufnahme durchführen konnte. Diese war dann nur noch eine Formsache, die schnell durchgezogen werden konnte. Das Ergebnis fiel einstimmig für Hürus Daniel aus, obwohl es offensichtlich zu keinerlei Schiebungen oder Bestechungen in Form von Freigetränken oder anderen Vergünstigungen kam. Somit ist die Zahl der Zeller Hürusse auf 48 angestiegen. Grund genug für die edlen Herren, um nochmals zu schmieden, nämlich Pläne für das 50-jährige Jubiläum des Zeller Fasnachtsregenten im Jahr 2018. Hürus Klaus, de Chlampfer vom Alte Bade, der das Hürustreffen organisierte, entführte dann die Hürus-Schar in den tiefen Schwarzwald, indem er ihnen Musik, Tanz und schöne Frauen versprach. Ob er sein Versprechen eingehalten hat bleibt einmal mehr ein Geheimnis der Hürusse.