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20. Juli 2009 17:32 Uhr
Hoher Besuch in Gersbach
Markgraf auf Schanzeninspektion
Mit dem Besuch der nachgebauten Barockschanze in Gersbach begab sich Seine Königliche Hoheit Max Markgraf von Baden auf die Spuren seines Vorfahren, des "Türkenlouis"
GERSBACH. Es schüttete wie aus Kübeln, als Max Markgraf von Baden, der Nachfahre des legendären "Türkenlouis", am Samstag die Gersbacher Barockschanze besuchte. "Das waren arme Teufel damals", versetzte er sich in die Lage der damaligen Schanzenbesatzungen bei einem solchen Wetter.
Projektleiter Werner Störk hatte den hohen Gast im Namen der Minifossi AG eingeladen. Der Markgraf war im Jahr 2007 schon einmal in der Markgrafenstadt Schopfheim, um sich im Museum die Türkenlouis-Ausstellung anzuschauen, damals noch "inkognito". In der Schanze wurde er von Bürgermeister Christof Nitz und Ortsvorsteher Ralf Ühlin begrüßt.Werner Störk hätte sich bei der Schanzeninspektion mit Seiner Königlichen Hoheit stundenlang über Details aus der Schanzengeschichte unterhalten können. Mit seinem reichhaltigen Wissen über die Verteidigungslinie des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden stieß er auf einen höchst interessierten und bestens informierten Gast.
Als Störk von den Schwierigkeiten berichtete, an Dokumente aus den Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt heranzukommen, signalisierte der Markgraf Unterstützung: "Die sollen was rausrücken". Ziel ist, bis in vier Jahren das gesamte Befestigungssystem vom Hochrhein bis zum Kraichgau als kulturhistorisches Denkmal zu "reaktivieren". Während der römische Limes 500 Kilometer lang ist, kommen die Linien des Türkenlouis sogar auf 550 Kilometer. Mitgebracht hatte der Markgraf aus den eigenen Bibliotheksbeständen die Kopie einer Verpflegung- und Materialliste für eine Schanzenbesatzung aus dem Jahr 1820. Das Dokument ist sehr interessant für Führungen und eine gute Hilfe, wenn es einmal gilt, das Schanzenleben historisch korrekt in Szene zu setzen. Beim Mittagessen im Restaurant "Zum Waldhüter" ließ Christoph Meier nach einem Rundgang natürlich das "Barocke Schanzen-Menü" mit zarter Poularde in Rotweinsauce servieren. Filigrane grüne Gläser erinnerten an das Gersbacher Waldglas – eine Gelegenheit, auch auf das hiesige Waldglaszentrum hinzuweisen.
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Die Zeit zwischen den Gängen füllten der Markgraf und Werner Störk mit intensiven Fachgesprächen. Nicht nur über die Schanzenverpflegung, auch über die Religionskonflikte von damals und heute wurde ausgiebig gesprochen.
Ortsvorsteher Ühlin übergab als Geschenk einen Korb mit Gersbacher Käsespezialitäten. Der Markgraf zeigte sich beeindruckt von der geleisteten Arbeit und den Forschungsergebnissen. Von Gersbach ließ er sich nach Todtnau chauffieren zur Feier des Stadtjubiläums.
Autor: Hermann Jacob
