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20. November 2009 14:15 Uhr
Umweltministerin Tanja Gönner greift zur Schaufel
Spatenstich für den Hochwasserschutz
Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) versuchte sich zuerst mit dem Bagger, dann griff sie mit Behördenvertretern, Abgeordneten und Bürgermeistern zur Schaufel, der Akt markierte heute Morgen den Baubeginn für den Hochwasserrückhalteraum Weil – Breisach.
Die Rheinbegradigung Gottfried Tullas im 19. Jahrhundert hat Überflutungsflächen verschwinden lassen, durch den Bau von Staustufen im 20. Jahrhundert gingen Auwaldflächen verloren. Das Hochwasserschutzprojekt soll dem Rhein nun wieder Raum zurück geben. Auf einer Strecke von 43 Kilometern erstreckt sich der Rückhalteraum, dessen erster Abschnitt an der Kandermündung in Weil am Rhein beginnt und bei Kleinkems endet.
Die betroffenen Teilflächen sind bereits weitgehend abgeholzt – zum Entsetzen vieler Bürger. Eines Tages soll dort aber wieder ein Auwald stehen. Nächster Schritt wird der Bau eines neuen, höhergelegenen Wegs für Fußgänger und Radfahrer entlang der Autobahn sein, da der alte Leinpfad am Rhein zusammen mit dem Uferstreifen tiefergelegt wird und bei Hochwasser überflutet sein wird. Das eigentliche Ausbaggern der Tieferlegungsfläche soll, sobald der neue Weg fertiggestellt ist, laut Projektleiter Othmar Huppmann vom Regierungspräsidium im Februar beginnen.
Umweltministerin Tanja Gönner erinnerte daran, dass die Maßnahme zum Schutz von rheinabwärts gelegenen Städten wie Karslruhe, Mannheim oder Worms absolut essentiell sei. Der Rückhalteraum soll 25 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können und das Tempo der Wassermassen im Hochwasserfall bremsen helfen. 25 Millionen Kubikmeter – das ist soviel wie das Wasservolumen des Titisees.
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Für das Projekt sind Kosten von 130 Millionen Euro veranschlagt, laut Othmar Huppmann die Einnahmen für den Verkauf des ausgebaggerten Kieses schon eingerechnet. 41,5 Prozent der Kosten trägt der Bund.
Dem feierlichen Spatenstich wohnten viele Bürger aus Efringen-Kirchen und Umgebung, aber auch Vertreter von Neuenburg und Hartheim bei – den beiden letztgenannten Orten steht das Planfeststellungsverfahren für den nächsten Bauabschnitt noch bevor. Wobei sich Neuenburg von dem Projekt Positives erhofft, Hartheim aber vor allem Nachteile für die bestehende Auenlandschaft befürchtet. In Ansprachen wurde an heiße Diskussion über das Projekt erinnert, das Bürgern auch einiges abverlangt.
Autor: vl


