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09. November 2009

Tausende stürmen die Bibliothek

Überall Menschen, überall Programm: Die Eröffnung der Stadtbibliothek wurde zu einem Wochenende der Superlative.

  1. Der Ansturm auf die Bibliothek war groß. Foto: Pascal Waldszus

RHEINFELDEN. Vor der nicht enden wollenden Schlange steht Dirk Bergmann an seinem Computer und stellt Mitgliedsausweise aus. "Das erste Jahr ist kostenlos, danach pro Jahr 15 Euro. Ermäßigt sind es sieben Euro", sagt er jedem. Zwei Minuten dauert das Ausstellen der neuen Karten, fertig. Nächster Kunde. "Mir fällt vom Reden langsam die Zunge ab", lacht der 35-Jährige am Tag der offenen Tür der neuen Stadtbibliothek, während er und seine drei Kollegen den Besucherstrom in der Stadtbibliothek zu bändigen versuchen.

Dort erinnert nicht mehr viel an die Zeiten in der Müßmattstraße: Warme und helle Farben, großzügige Räumlichkeiten und moderne Einrichtung. Mit Büchern bepackt wuseln Kinder zwischen den Regalen und DVD-Auslagen umher, neugierige Erwachsene nehmen das Sortiment unter die Lupe. "Es ist echt schön, die Resonanz ist toll", freut sich die stellvertretende Leiterin der Bibliothek, Katja Benkler, die trotz des Dauerstresses am Samstagmittag glücklich ist. "Wir sind wieder da", sagt die 34-Jährige.

Damit sich die Kunden zwischen Tausenden Büchern zurechtfinden, haben die Mitarbeiter die bisher rund 20 000 Medien in Themenkreise und Farbbereiche unterteilt. Auch die Technik wurde auf den neusten Stand gebracht: "Wer ein Buch sucht, aber keine Lust hat, in jedes Regal zu schauen, der bedient einfach einen Opac", erklärt Benkler. So heißen die Terminals, die in der ganzen Bibliothek verteilt sind. Kinderleicht können die Besucher dort sehen, ob DVDs, Bücher und CDs vor Ort sind, oder wo sie stehen. Über http://www.stadtbibliothek-rheinfelden.de geht das auch von zu Hause.

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Thomas Mürle aus Minseln, der mit seinen drei Kindern die neue Bibliothek besucht, wagt den Selbstversuch und ist danach überzeugt vom System: "Vor allem mit der Profisuche finde ich alles sehr schnell", so der 35-Jährige. "Ich denke, wir werden hier Stammgäste."

Neben den Opacs sind in der Stadtbibliothek auch die Selbstverbucher neu, mit denen die Kunden ihre Bücher ohne die Hilfe eines Mitarbeiters einscannen können: Zweimal den Touchscreen berührt, den Mitgliedsausweis und die Bücher auf den Scannertisch gelegt, fertig. Mehr braucht es seit Samstag nicht mehr, um ein Buch auszuleihen – nur eine neue Karte.

Zwischen dem Zeitschriftenbereich und der Garderobe hindurch, führt ein Gang in den Veranstaltungsbereich. Dort lassen sich die Besucher zwischen Bühne und Theke mit Kaffee und Kuchen, Häppchen und Getränken verwöhnen. Der Nachwuchs, wenn nicht in der Kinderinsel mit der Nase in einem Buch vertieft, bastelt mit der Kaltenbach-Stiftung vor dem Lesegarten Leporellos und bunte Lesezeichen. Die Stimmung ist ausgelassen.

Am Sonntagnachmittag sieht man den Mitarbeitern an, dass die beiden Tage der offenen Tür an die Substanz gingen. Je später es wurde, um so mehr Leute kamen. Das sieht man auch an den Regalen. Es wurde so viel ausgeliehen, dass deutliche Lücken entstanden sind.

Ein Fotoalbum finden Sie auf http://www.badische-zeitung.de

Autor: Pascal Waldszus