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22. Januar 2010

IT-Ausbildung vom Feinsten

Die Kaufmännischen Schulen Offenburg bekamen gestern den "ECDL School Award" verliehen.

  1. kaufmännische schulen Foto: hrö

ORTENAU. Größerer Bahnhof gestern an den Kaufmännischen Schulen in Offenburg: Als einzige Schule in Deutschland bekam sie von der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik den begehrten "ECDL School Award 2009" verliehen. Den Preis gab es für engagierte und erfolgreiche Ausbildung im IT-Bereich. In nicht mal drei Jahren haben knapp 1400 Schüler den begehrten "Europäischen Computerführerschein" erworben und sind somit auf die Bedürfnisse der Wirtschaft topp vorbereitet.

Die Informatik spielt an den Kaufmännischen Schulen Offenburg schon länger eine große Rolle. Damit entspricht das Angebot der zunehmenden Bedeutung des Faches für das Berufs- wie Privatleben. Es gebe keine einzige Klasse, egal in welcher Schulart, die nicht ein IT-Fach (Informationstechnologie) auf dem Stundenplan hat, so Peter Faller, Pressereferent der Schule. Das reiche von "einfachem" Unterricht in Datenverarbeitung in der Berufs schule bis zu kompliziertem Programmieren in der Oberstufe des WG. Auch im Berufskolleg II sei die Orientierung an IT-Fächern stark ausgeprägt. Besonders stolz sei die Schule auch darauf, so Faller, dass jeder einzelne Unterrichtsraum – nicht nur die reinen Informatikräume – mit einem PC ausgestattet ist, der Zugang ins Intranet der Schule wie auch ins Internet bietet: "Manch andere Schule kann davon nur träumen." Das "pädagogische Netz" an der Schule umfasse insgesamt 360 PC’s. Hinzu kommen jene 20 Rechner der Verwaltung. Auch die Qualität stimme: An die 60 Lehrer seien in der Lage, qualifizierten IT-Unterricht zu geben, somit rund die Hälfte des Kollegiums. Insofern komme die Schule zu dem gestern erhaltenen Preis gewiss nicht wie die Jungfrau zum Kind.

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90 Prozent der 1500 Jugendlichen haben die Prüfung geschafft

Mit dem "ECDL Award", sagte Schulleiter Bernhard Droll voller Stolz, werde die Leistungsfähigkeit der Schule genauso gewürdigt wie die Förderfähigkeit. Lob zollte er besonders seinem Kollegen Holger Ludolph, der das System strategisch vorbereitet und organisatorisch perfekt ins Schulleben verpflanzt habe. Ihm zur Seite standen Alexander Kuschel, Martina Eberhard und Maja Lugonja.

Lob aus dem berufensten Munde kam von Thomas Michel von der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI mbH) in Bonn, die den Preis ausgelobt hat: Nach Schulen im Saarland und in Hamburg hätten sich zuletzt in ganz herausragender Weise die Kaufmännischen Schulen Offenburg darin ausgezeichnet, neben Lesen, Schreiben und Rechnen die IT-Ausbildung als vierte Kulturtechnik voranzubringen – in der Form, dass ECDL, der weltweit anerkannte Standard für Computerbildung, intensiv gefördert wird. Seitdem 2007 die Kaufmännischen Schulen anerkanntes Prüfungszentrum für den europäischen "Computerführerschein" ECDL (European Computer Driving Licence) geworden ist, hätten sich 1500 Schülerinnen und Schüler der Prüfung unterzogen; mehr als 90 Prozent hätten die Prüfung bereits im ersten Anlauf geschafft. Der ECDL genieße in vielen Ländern ein hohes Niveau: Wenn Bewerber, die die Schule verlassen, einen ECDL vorlegen können, wissen die Verantwortlichen in den Unternehmen genau, was sie bei ihnen voraussetzen können – viel.

Lob zollten der Schule auch Kultusminister Helmut Rau, IHK-Präsident Karlhubert Dischinger, Volker Schebesta, der bildungspolitische Sprecher der CDU im Landtag, und Markus Henkes vom Regierungspräsidium.

Dass die Schule nicht nur fähige Computerfreaks hat, sondern auch ebensolche Musiker, demonstrierten bei der Ehrungsfeier die jungen Jazzer Jens Wolk, Florian Sälinger und Julius Braun.

Autor: Hubert Röderer