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25. März 2010 18:44 Uhr

Kündigung für Geschäftsführer Nöhren

Dicke Luft bei Weinwerbung

Walter Nöhren, seit gut einem Jahr Geschäftsführer der neuen Weinwerbegesellschaft "Badischer Wein GmbH", wurde jetzt überraschend zum 30. September gekündigt.

  1. Walter Nöhren muss gehen. Foto: honorarfrei

Nöhren war bis Anfang 2007 erfolgreich als Geschäftsführer der WG Oberkirch tätig. Verärgert zeigen sich Mitglieder des Aufsichtsrates der WWZ: Sie fühlen sich vom Vorgehen des Vorstandes der GmbH übergangen.

Jahrzehnte haben die Winzergenossenschaften zwischen Bodensee und Tauberfranken die badische Weinwerbung über die WWZ (Weinwerbezentrale badischer Winzergenossenschaften) finanziell alleine gestemmt – vielen Genossen ein Dorn im Auge, zumal die privaten Weingüter genauso viel davon profitiert haben, auch wenn sie dafür keinen einzigen Cent beisteuern mussten. Vor nicht langer Zeit fand man endlich zueinander. Zum 1. Januar 2009 wurde die "Badischer Wein GmbH" gegründet. Gesellschafter wurden die WWZ sowie die Weingüter und Kellereien, die sich als Weinwerbungsbeteiligungs-GbR einbrachten. Walter Nöhren, bis dahin Geschäftsführer der WWZ, durfte sein Amt in veränderter Kulisse fortsetzen. Doch die Amtszeit findet nun ein plötzliches Ende. Wie jetzt bekannt wurde, bekam er am letzten Tag der Fachmesse "Pro Wein" in Düsseldorf, die eben zu Ende ging, das Kündigungsschreiben ausgehändigt – für den Betroffenen völlig überraschend: "Das empfinde ich als charakterlos, zumal ich mit jenen Leuten, die mir die Kündigung aushändigten, zwei Tage lang Schulter an Schulter zusammengearbeitet und bis zuletzt kein Mensch eine Andeutung gemacht hatte." Eine Begründung für die Trennung sei ihm nicht mitgeteilt worden.

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Nöhren scheidet Ende September aus seinem Amt

Der 30. September werde sein letzter Arbeitstag sein. Verärgert zeigt sich Nöhren auch darüber, dass er von Dritten auf seinen bevorstehenden Rausschmiss angesprochen worden sei, noch ehe ihm der Vorsitzende der GmbH und zugleich Vorstandschef der WWZ, Roland Leininger, im Hauptberuf Geschäftsführer des Kaiserstühler Winzervereins Oberrotweil, über sein bevorstehendes Aus unterrichtet habe. Um seine berufliche Zukunft sei ihm nicht bange. Diplom-Betriebswirt Walter Nöhren stand ab 1992 gut 14 Jahre lang mit viel Erfolg in den Diensten der WG Oberkirch, wo er mit pfiffigem Marketing – und deutlich gestiegener Weinqualität – viel Lob erntete.

Empört über das Vorgehen von Leininger zeigte sich gestern der Aufsichtsrat der WWZ in Karlsruhe. Vorsitzender Hartmut Basler (Zell-Weierbach) sagte gegenüber der BZ auf Anfrage: "So kann’s nicht laufen. Wir hätten erwarten können, dass wir rechtzeitig informiert werden, bevor so was spruchreif wird." Der Aufsichtsrat gedenke der für heute in Zell-Weierbach anberaumten gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat nicht beizuwohnen. Leininger zeigte sich wortkarg. Auf Anfrage sagte er zur BZ: "Dazu sage ich zunächst gar nichts." Er bedaure lediglich, dass etwas "durchgesickert" sei. Derweil war aus anderen Winzerkreisen zu vernehmen, dass Nöhren "nicht ganz unvorbereitet war". Er habe seit mindestens zwei Monaten gewusst, dass es für den Posten des Geschäftsführers aktuell auf eine neue Ausschreibung hinauslaufe – so wie es bereits zur Gründung der "Badischer Wein GmbH" seitens der Güter und Kellereien als Wunsch geäußert wurde. "Die wollen eben mitreden", sagte die Vertrauensperson.

Als Nachfolgerin wird hinter den Kulissen bereits Sonja Höferlin gehandelt. Die 46-Jährige ist in Tannenkirch bei Kandern aufgewachsen und war 1986/87 Badische Weinkönigin. Sie absolvierte eine Winzer- und Kaufmannslehre und außerdem ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Weinmarketing. Seit einigen Jahren ist sie Direktorin des Würzburger Traditionsweingutes Bürgerspital. Sonja Höferlin hielt sich auf Anfrage bedeckt: "Ich kann dazu nichts sagen."

Autor: hrö