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15. März 2017

Jugendliche sollen sich einmischen

Drei Landtagsabgeordnete haben die Beruflichen Schulen im Mauerfeld besucht und die Fragen von Schülern beantwortet.

  1. Ob sie nach dem Appell, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, zur Wahlurne gehen werden? Foto: Heidi Fössel

LAHR. Drei Landtagsabgeordnete haben sich zum Wochenauftakt in den Beruflichen Schulen im Mauerfeld einem Dutzend Schülerfragen rund um die Arbeit der Politiker in Stuttgart und in den Wahlkreisen gestellt. Nach Lahr gekommen waren neben dem Vizepräsidenten des Landtags, Wilfried Klenk (CDU) auch die beiden Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU).

"Rund 40 Prozent der gewünschten Schulbesuche im Landtag müssen aus Zeit- und Personalgründen abgelehnt werden", erklärte der Vizepräsident den Schülern und entschuldigte sich bei Schulleiterin Rosalinde Hunn-Zimny, bei den Schülern und Lehrern dafür, dass der geplante Besuch in Stuttgart noch nicht zustande gekommen ist. Zusammen mit seinen Landtagskolleginnen entschädigte das Trio die Schülerinnen und Schüler allerdings mit dem Vor-Ort-Termin.

Raus in die Schulen, rein in die politische Diskussion, sei der Leitsatz der Schulbesuche, so Klenk. Es gehe darum, die Jugend für ein künftiges Engagement auf allen Ebenen der Politik zu gewinnen. Und dann waren die Schüler an der Reihe. Mit zwei Dutzend vorformulierten Fragen zum parlamentarischen Alltag konfrontierte Schulsprecherin Nina Wehler die Vertreter des Landtags. Warum nehmen Politiker so viel Stress auf sich? Die Fragen an die Landtagsabgeordneten, die Schüler beim Besuch in Stuttgart genau so hätten stellen können, hatten allesamt zum Ziel, etwas über die Belastung im politischen Alltag der Parlamentarier zu erfahren, aber auch, wie sich das auf die Familien auswirkt. Weitere Fragen hatten mit Lobbyisten zu tun und mit dem Gehalt in sozialen Berufen. Das wurde von den Schülern im Vergleich zur Wirtschaft als zu gering eingestuft.

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Den ersten Beifall der Schüler hatte Sandra Boser von den Grünen auf ihrer Seite, als sie sich dafür aussprach, dass das Gehaltsgefüge beispielsweise der Krankenschwestern politisch aufgewertet werden müsste. Boser plädierte wie auch Gentges und Klenk dafür, dass nicht nur die Älteren zur Wahlurne gehen sollten, sondern mehr noch die Jüngeren. Beifall im Klassenzimmer. Boser und Gentges legten nach: Brexit und Trump seien das Ergebnis der Abstimmung älterer Wähler, sagte Boser und appellierte zusammen mit ihrer CDU-Kollegin Gentges dafür, sich politisch einzumischen und zur Wahl zu gehen, um im Nachhinein nicht enttäuscht zu werden. Nicht umsonst sei das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt worden, sagte Boser: "Damit soll die politische Teilhabe junger Menschen gefördert werden", so die bildungspolitische Sprecherin im Landtag. Wieder Beifall.

Für die Abarbeitung aller Fragen aus dem Themenkatalog der Schüler blieb letztlich keine Zeit. Andere, spontane Fragen, die hätten gestellt werden können, blieben aus. "Die Zeit drängt", sagte Klenk mit Blick auf den nächsten Termin. Die Einladung zu einem kurzen Stehempfang in der Schulküche schlug er allerdings nicht aus. Dort war für Gastgeber und Gäste Gelegenheit, weiter ins Gespräch zu kommen.

Daran nahmen auch Regionalreferentin Claudia Cassiani vom Regierungspräsidium Freiburg, Bernhardt Kohler vom Landratsamt und Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller teil.

Autor: Wolfgang Beck