Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

22. September 2009

Merkwürdige Tierfreunde

42 Hunde darben im Lastwagen.

OFFENBURG (rab). Die Polizei hat am Freitag einen überladenen 3,5-Tonner mit 42 Hunden an Bord auf der A 5 gestoppt. Die Hunde waren eingeschlossen in kleinen Transportboxen und bereits 30 Stunden unterwegs. Einige standen kurz vor dem Kreislaufkollaps. Die Tiere stammen aus Spanien und Portugal und waren auf dem Weg nach Nordrhein-Westfalen, wo sie auf verschiedene Tierheime verteilt werden sollten.

Die Polizei leitete den Transporter Richtung Offenburger Tierherberge am Flugplatz. Dort wurden die Tiere sofort in Freiläufe und Gehege gebracht, wo sie sich richtig bewegen konnten. Nach Wasser und Futter folgte die notwendige veterinärmedizinische Versorgung.

Der Lkw wurde von der Polizei vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Die Weiterfahrt wurde erst gestattet, als am Abend ein weiteres Fahrzeug eintraf, auf den ein Teil der lebenden Fracht umgeladen werden konnte. "Einige Hunde, vor allem etliche Welpen, bleiben noch einige Zeit bei uns, bis Impfungen und notwendige medizinische Versorgung abgeschlossen sind", so Uwe Dindas, Erster Vorsitzender der Tierherberge.

Werbung


Nach seiner Einschätzung ist der Transporter regelmäßig unterwegs. In vielen südlichen Ländern gibt es keinen bedeutenden staatlichen Tierschutz. Deshalb gibt es Tierfreunde, die Hunde von dort nach hier holen. Allerdings verlagere man das Problem häufig nur. Die große Zahl von Welpen im aktuellen Fall deute darauf hin, dass hier auf Tiere auf Bestellung geholt werden. "Und bei uns bleiben dann die Hunde teilweise jahrelang in der Tierherberge, weil die Leute lieber so einen Welpen haben wollen", sagt Dindas. Für ihn ist das eine merkwürdige Auffassung von Tierschutz.

Autor: rab