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07. Januar 2010
Weltweite Kommunikation mit geringem Aufwand
Kindertag der Funkamateure / Den Reiz der Technik erleben.
LAHR. Weltweit fand am Sonntag der Kids Day der Funkamateure statt, eine Initiative des amerikanischen Amateurfunkverbandes. Zum dritten Mal waren auch die Lahrer Hobbyisten dabei. In ihren Clubräumen im Dachgeschoss der Luisenschule im Industriehof nutzten rund 25 Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, spielerisch an das Funken herangeführt zu werden. Ein Hobby, das vom Reiz der Technik geprägt wird.
Patrick Hertenstein (Rufzeichen DL1GHN), Vorsitzender vom Ortsverband A 08 des DARC (Deutscher Amateur-Radio-Club), freute sich über das Kommen und Gehen junger Leute an diesem Tag. "Unsere Ortsgruppe hat 80 Mitglieder. Wir sind der Ortsverband mit dem jüngsten Durchschnittsalter weit und breit, nämlich 49", so Hertenstein. Will heißen, dass dem Amateurfunkhobby mehr ältere Semester frönen als junge."Das ist schon so", ergänzt der zweite Vorsitzende Bernd Billian (DO3GB), "die Jugend heute wächst mit Internet und Mobiltelefonie auf, da hat das Funken nicht mehr den Reiz wie früher. Deshalb engagiert sich der Lahrer Club so für die Jugendarbeit. Wir zeigen, dass mit kleinem Aufwand weltweite Kommunikation möglich ist, und das ohne Verbindungskosten. Und man erlebt und versteht hautnah faszinierende Technik."
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Im "UKW-Raum" sitzen gebannt Sinja Baumann (13) und Belgin Tilki (14) vor der Yaesu-Clubstation. Belgin aus Offenburg drückt beherzt die Mikrofon-Sprechtaste und startet einen "CQ Kids Day", in der Funkersprache ein allgemeiner Anruf, unter Angabe des Lahrer Ausbildungsrufzeichens "DN1LS". Übrigens, solch ein Rufzeichen erhält jeder Funkamateur zugewiesen. Seit ein paar Jahren dürfen auch Nichtlizenzierte unter Aufsicht eine Funkamateurs Ausbildungsfunkverkehr betreiben. Belgins Funkruf bleibt nicht lange unbeantwortet, ein Funkamateur aus dem Frankfurter Raum antwortet. Freundin Sinja notiert Rufzeichen, Uhrzeit und Frequenz. Schließlich winkt als "Jagdtrophäe" eine "QSL-Karte", die die Funkverbindung bestätigt. Außerhalb der Ausbildung ist eine Lizenz erforderlich; derzeit gibt es die A-Klasse und die E-Klasse mit Einschränkungen. Demnächst soll noch eine Einsteigerlizenz (ELL) kommen. Wenn die kommt, wollen die beiden jungen Damen auf jeden Fall ran.
Adrian Schuhmacher bekommt am Weltempfänger von seinem Vater Kai (DG4GKS) die große Welt des Rundfunkfernempfangs gezeigt. Doch plötzlich springt der Neunjährige auf in den Nebenraum. Jemand hat gerufen, "Venezuela ist am andern Ende". Tatsächlich hat sich auf 439,4 Mhz via "Echolink" ein Markus mit Rufzeichen "YV6QD" gemeldet und berichtet von 28 Grad Wärme. Auf dem alten Roth-Händle-Areal herrschen derzeit frostige Minus fünf Grad.
Der Senior der Lahrer Funker und Ehrenvorsitzende Helmut Schmidlin ist heute nicht persönlich im Clubheim. Der 85-Jährige übermittelt seine Grüße von zu Hause per Funk. Jüngster Besucher des Kids Day ist mit vier Monaten Tim Knauer aus Meißenheim, bereits zünftig mit UKW-Handfunkgerät ausgerüstet. Vater Christoph (DO3GMC) ist sich sicher "Sobald der sprechen kann, geht's an die Lizenz". Altersbeschränkungen wie früher gibt es ja keine mehr.
Autor: Frank Leonhardt (DG2GAP)
