Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

31. Oktober 2009

Beste Noten für die Forstwirtschaft in Lenzkirch

Gutachter lobt flexibles und geschicktes Vorgehen der beiden Revierleiter / Hoher Anteil an Selbstwerbern

LENZKIRCH. Bei der Präsentation des betriebswirtschaftlichen Gutachtens über die Waldbestände der Gemeinde Lenzkirch, welches bereits 2008 in Auftrag gegeben wurde, fand Gebietsleiter Frank Kühnel von der Forstdirektion des Regierungspräsidium Freiburg, lobende Worte für die Waldwirtschaft der Haslachgemeinde: Vor allem die erfolgreiche Einbindung von Privatunternehmen und Selbstwerbern in den Forstbetrieb, sei ein absoluter Standortvorteil Lenzkirchs.

Der Anteil der Selbstwerber, die in Eigenregie Forstarbeiten übernehmen, sei mit 40 bis 50 Prozent überdurchschnittlich hoch. Das "flexible und äußerst geschickte Vorgehen" der Lenzkircher Revierleiter Andreas Schellbach und Martin Bach sei, "das Geheimnis des guten Wirtschaftens im Lenzkircher Wald", lobte Kühnel. Insgesamt stelle er eine sehr gute Leistung aller Beteiligten fest, was zu einem überdurchschnittlich hohen Betriebsergebnis, das zwischen 2003 und 2007 bei rund 207 000 Euro pro Jahr lag, geführt habe. Durchschnittlich wurden rund 15 000 Festmeter Holz pro Jahr aus dem Gemeindewald verkauft.

Werbung


Lenzkirchs Wälder umfassen eine Fläche von rund 1300 Hektar. Hiervon sind rund 88 Prozent Nadel- und zwölf Prozent Laubholzbestände. Um zu einer gesunden und nachhaltigen Mischung zu gelangen, müsse man in Lenzkirch einen Laubholzbestand von 20 Prozent anstreben, so die Empfehlung des Gutachters. Wesentlicher Vorteil der Lenzkircher Bestände: Bäume im Alter zwischen 40 bis 100 Jahren, mit einer Vielzahl mittelstarker bis starker Fichten, nehmen einen sehr hohen Anteil ein. "Und das ist genau das Segment, welches der Markt derzeit sucht", erklärte Kühnel. Dennoch haben Lenzkirchs Baumbestände immer noch mit den Folgen von Orkan Lothar sowie Borkenkäferbefall zu kämpfen.

Angesichts der guten Ergebnisse zeigte sich auch Bürgermeister Reinhard Feser zufrieden: "Das Gutachten bestätigt meinen Eindruck, dass alle sehr engagiert und mit hohem Einsatz arbeiten." Ebenso äußerte sich der Saiger Ortsvorsteher Walter Sigwarth: "Ich bin sehr erfreut, dass die Abteilung Forst so eine gute Leistung abliefert. Alle die dort arbeiten verdienen Respekt und Anerkennung."

Für die Zukunft beabsichtigt man in Lenzkirch den Holzeinschlag auch weiterhin zu erhöhen. Bei aller Euphorie fand Gutachter Kühnel zum Abschluss auch mahnende Worte: "Schwarzmalerei ist in Lenzkirch keinesfalls angebracht. Dennoch möchte ich zu bedenken geben, dass wir alle in sehr hohem Maße vom Holzmarkt abhängig sind."

Autor: Sebastian Kaiser