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21. März 2009

Kleiner Pieks rettet Leben

Paul Griesenauer wirbt bei Mitgliedern der Feuerwehr Lenzkirch für die Knochenmarkspenderdatei.

LENZKIRCH. Paul Griesenauer ist bereits seit einigen Jahren ehrenamtlich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen tätig. Hierfür ist Griesenauer viel unterwegs, wirbt bei Vereinen dafür und opfert so viele Freizeitstunden für den guten Zweck. An diesem Abend sitzt Griesenauer im Aufenthaltsraum des Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lenzkirch. Vor ihm sitzen knapp 20 Feuerwehrleute, die sich typisieren, also ihre Gewebemerkmale für eine mögliche Spende von Knochenmark- oder Stammzellen registrieren lassen möchten. Griesenauer sitzt vor den Männern und klärt sie auf. Er erzählt von seiner Arbeit und von der Knochenmarkspenderdatei, in der bereits mehr als zwölf Millionen Spender aus aller Welt verzeichnet sind.

"Früher war so eine Typisierung noch ein aufwendiges Verfahren, bei dem fünf Milliliter Blut über die Armvene abgenommen werden mussten", erläutert Griesenauer. Heutzutage reiche eine Speichelprobe. Griesenauer weiß, wovon er spricht. Er hat bereits mehr als 500 solcher Typisierungen vorgenommen und knapp 25 000 Euro Spendengelder gesammelt. Er erklärt den Feuerwehrmännern, wie schnell so eine Typisierung erfolgt ist und wie einfach man damit ein Menschenleben retten kann. Fragen werden ihm gestellt. Nach der Datensicherheit oder ob man einen Menschen, dem man gespendet hat, auch später einmal treffen kann. Griesenauer zeigt sich geduldig und gibt sich Mühe alle Fragen zu beantworten, um Klischees und Vorurteile auszuräumen.

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Die eigentliche Typisierung geht dann tatsächlich überraschend fix: Die Männer der Feuerwehr nehmen nacheinander an einem Tisch platz, während ihnen Griesenauer ein Wattestäbchen reicht. Gründliches Mundausspülen, dann mittels des Wattestäbchen die Speichelprobe entnehmen. Fertig.

"Ich habe das Glück, hier im Hochschwarzwald viele Unterstützer zu haben", erklärt Griesenauer. "Auch wenn vieles hier im Verborgenen geschieht, es geschieht und darauf bin ich sehr stolz."

Für Lenzkirchs Feuerwehr ist das Engagement selbstverständlich. "Wir haben mit Paul schon lange darüber geredet und sind froh, es endlich gemacht zu haben", erläutert Kommandant Martin Metzger. Den Ausschlag habe der Fall eines Freiburger Feuerwehrmannes gegeben, der vor einiger Zeit an Leukämie erkrankt sei und verzweifelt nach einem Knochenmarkspender gesucht habe. "Nach zahlreichen Spendenaufrufen in einschlägigen Feuerwehrzeitschriften hat er dann Gott sei Dank einen Spender gefunden", erzählt Metzger.

Die Proben der Lenzkircher Feuerwehrmänner wandern nun nach Köln. Dort werden die Gewebemerkmale bestimmt, um dann in einem Zentralregister in Ulm vermerkt zu werden. Von diesem Register aus werden dann weltweit passende Spender gesucht, deren Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen. "Für viele Patienten ist ein passender Spender wie ein Volltreffer im Lotto", erläutert Griesenauer. Spenden könne grundsätzlich jeder, der körperlich gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist. Wer das Glück hat, einen passenden Spender gefunden zu haben, dessen Chancen stünden recht gut. Rund 80 Prozent derjenigen, die eine Spende erhalten haben, können anschließend ein ganz normales Leben führen

Auch der Spender selbst muss sich einem kleinen Eingriff unterziehen. Bei einer Knochenmarkspende wird unter Narkose mittels einer dünnen Punktionsnadel rund ein Liter Blutgemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Daraus kann das rettende Knochenmark entnommen werden. Der Spender verliert rund fünf Prozent seines eigenen Knochenmarks, welches sich jedoch innerhalb weniger Wochen wieder vollständig regeneriert. Der Eingriff selbst dauert gerade einmal 10 Minuten. Damit hat man einem Menschen das Leben gerettet. Etwas Schöneres kann man nicht tun", so Griesenauer .

Autor: Sebastian Kaiser