Energiemix aus Unterlenzkirch

Manfred-G. Haderer

Von Manfred-G. Haderer

Sa, 06. Dezember 2008

Lenzkirch

Erich Maier baut eine kombinierte Sonnen- und Windkraftanlage.

LENZKIRCH Ein Pionierprojekt wurde gestern bei der Brauerei Rogg montiert: Ein kleines, kombiniertes Wind- und Sonnenkraftwerk wird künftig umweltfreundliche Energie ins Netz einspeisen. Weithin sichtbar hob ein schwere Autokran die Konstruktion auf die Fundamente direkt an der talseitigen Hangkante. Das Besondere daran: das Projekt ist eine Privatinitiative des einheimischen Tüftlers Erich Maier.

Der Mühlinger Erfinder setzt sich seit vielen Jahren mit alternativen Energien auseinander, gilt als Experte mit großem Erfindergeist und engagiert sich auch entsprechend. Die Familie Rogg stellte das notwendige Grundstück unterhalb des "Kreuzhofs" zur Verfügung, das sich Erich Maier im Vorfeld als geeignet ausgeguckt hatte.

"Es ist toll, was sich Erich Maier hier wieder ausgedacht hat. Es ist ganz allein seine Erfindung. Er hat es gebaut und bisher ganz allein finanziert", erzählt Achim Rogg, während oben auf den Leitern mit kalten Fingern die Schrauben für die nachführbaren Solarzellenelemente angezogen werden und ein paar Schneeflocken dahertreiben.

Die aus genehmigungsrechtlichen Gründen auf gerade mal neuneinhalb Meter Höhe beschränkte Konstruktion verbindet die Halbleiterelemente der Solarzellen-Paneele und die Energie aus dem darüber montierten Windrad. Gleichzeitig sollen die Solarzellen-Elemente dem täglichen Sonnenlauf mit entsprechender Technik nachgeführt, das heißt, bestmöglich angepasst werden. Die mögliche Energieausbeute ist auf diese Weise optimal gelöst.

Maier ging bei seiner Eigenkonstruktion sogar noch einen Schritt weiter: Sogar die sechs Windradflügel hat er mit Solarpaneelen belegt.

Nach dem Aufbau müssen nun erst einmal Erfahrungen mit der neuen Anlage gesammelt werden. Derzeit ist der Windrotor noch festgestellt. Aber sowohl die Verantwortlichen als auch die versammelten Zaungäste sind überzeugt, dass das kleine, umweltfreundliche Lenzkirche Kombi-Kraftwerk voll und ganz den Erwartungen entspricht. "Was er bisher angepackt hat, hat auch immer funktioniert", lobt etwa Paul Richter, den die Idee gleichfalls fasziniert. Maier war es auch, der sich vor zwei Jahren sehr für den Erhalt des beheizbaren Lenzkircher Freibades eingesetzt hat, und dafür die warme Abluft der benachbarten Firma Mesa nutzen wollte.

Vier Kilowatt Sonnenenergie und vorerst zweieinhalb bis drei Kilowatt aus dem Windnutzung erwartet der Energietüftler. Die Windnutzung sei sicher noch nicht ausgereizt. "Beim Wind könnte man später vielleicht auf maximal sechs Kilowatt kommen", sagt Maier.

Das ökologische Kleinkraftwerk speist die Energie künftig ins Stromnetz ein. Mehrere Zähler sollen die Effizienz aufzeichnen, damit der Konstrukteur in absehbarer Zeit Bilanz ziehen kann. Finanziert hat er das Kraftwerk erst einmal ganz allein. Künftig will aber eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) das Solar-Windkraftwerk betreiben.