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24. Juni 2009
Heimatpflege kostet ganz schön Geld
Der Verein Heimatpfad Hochschwarzwald schreibt rote Zahlen, hat dafür aber wertvolle Kulturgüter gerettet.
BREITNAU/HINTERZARTEN. Das Freilichtmuseum Heimatpfad Hochschwarzwald vermittelt einen einzigartigen lebendigen Einblick in altes Schwarzwälder Handwerk bis hin zu frühindustriellen Entwicklungen. Historisch bedeutsame Sägen und Mühlen, Zollhaus und Seiltrieb sowie eine Seilerei wurden in den letzten 22 Jahren restauriert und erhalten. Allerdings plagt den Verein eine fünfstellige Schuldenlast.
Vorsitzender Wolfgang Schlachter sagte in der Jahresversammlung im Goethe-Haus des Hofguts Sternen: "Wir müssen in Zukunft kleinere Brötchen backen, um irgendwann wieder eine schwarze Null zu erreichen."Schatzmeister Thomas Schuler erläuterte die aktuelle Kassenlage. Für die Umsetzung der Moserhofmühle aus dem Oberprechtal in das Höllental erhielt der Verein im letzten Jahr aus dem EU-Förderprogramm Leader plus einen Zuschuss von 125 309 Euro.
Zusammen mit den Zuschüssen des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (5100 Euro) sowie der Gemeinden Hinterzarten und Breitnau (zusammen 2600 Euro), fast 7000 Euro an Spenden sowie Mieten und Einnahmen aus Vorführungen hatte der Verein im Jahr 2008 Einnahmen in Höhe von 150 333 Euro. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 171 928 Euro, wovon allein der Aufwand für die Moserhofmühle mit 163 995 Euro zu Buche schlug.
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Zusammen mit dem Minus aus dem Jahr 2007 in Höhe von 53 579 Euro ergibt sich eine Schuldenlast von 75 175 Euro. Gemildert wird das Defizit durch einen Kredit des Fördervereins in Höhe von 50 000 Euro. Bürgermeister Schlachter sagte dazu: "In den kommenden Jahren müssen wir das Minus zurückfahren." Er wies aber auch auf die Sachwerte hin: "Insofern können wir die Finanzlage gut vertreten."
Da keine weiteren Großobjekte anstehen, reduziert sich das Haushaltsvolumen für 2009. Auf der Einnahmeseite stehen die regelmäßigen Zuschüsse von Landkreis und den beiden Gemeinden sowie 7200 Euro Mitgliedsbeiträge. Zudem erwartet der Verein 4000 Euro Spendengelder. Schlachter: "Das ist geschätzt, aber wir sind optimistisch."
Den Gesamteinnahmen von 22 100 Euro stehen Ausgaben von 21 490 Euro gegenüber. Allein die Versicherungssumme für die Gebäude beläuft sich auf 2100 Euro, die Sollzinsen verschlingen 2000 Euro. 14 000 Euro fallen für den Bau eines 230 Meter langen Wasserkanals zur Moserhofmühle an. Der Schuldenstand würde sich um 610 Euro verringern. Schlachter: "Wir orientieren uns in diesem Jahr am engsten Bedarf."
Geschäftsführer Dieter Schäfer freute sich über den leichten Mitgliederzuwachs von 120 auf 122. Der technische Leiter Theo Gremmelspacher informierte über die Arbeiten des Fördervereins sowie den Erwerb eines Webstuhls.
Autor: Dieter Maurer
