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11. Januar 2010
"Solo mio" will helfen, dass der Alltag einfacher wird
Ein weiterer Kurs bietet Information und Anregung, aber auch die Gelegenheit, wieder zu lachen und mal "Dampf abzulassen".
TITISEE-NEUSTADT. Ulli Nöthen hilft Frauen. Die Sozialarbeiterin gibt seit vier Jahren für die Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Kurse für Alleinerziehende. "Solo mio" heißen sie und der Titel ist Programm.
Alleinerziehende haben ein schweres Los: Neben Kindererziehung ist der Haushalt zu managen, heißt es Geld verdienen, die Familie verwalten und organisieren, den gesellschaftlichen Klischees Paroli bieten. Nur ganz wenig Raum ist da für die oder den Alleinerziehende selbst, und viele von ihnen fühlen sich chronisch überfordert. "Da gehen wir rein", sagt Ulli Nöthen zum Konzept der Solo-mio-Kurse, das auf Alleinerziehende, bei denen es ständig brennt, ausgerichtet ist.
"Es ist wahnsinnig, was diese Frauen leisten", findet Nöthen. Neue Möglichkeiten und Hilfen für den familiären Alltag werden aufgezeigt. Die Frauen lernen, wie sie ihre Energie erneuern und wie sie sich entspannen können. Es wird das bearbeitet, was die Teilnehmerinnen akut bedrückt. Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Erziehung werden im Gespräch mit den anderen Single-Eltern von allen Seiten angeschaut, freud- und leidvolle Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte geknüpft, kleine Netzwerke gesponnen und miteinander Lösungswege und Hilfen für einen Alltag mit weniger Stress gesucht. Es gibt Tipps für den Umgang mit Vermietern, Behörden, Lehrern, Erzieherinnen und den Ex-Männern oder -freunden. Aufgezeigt wird, welche finanzielle Unterstützungen es gibt. Die Frauen machen sich ihre Stärken und Schwächen bewusst, lernen damit umzugehen.
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Was in der Gruppenstunde zur Sprache kommt, ist vertraulich, alle sind an die Schweigepflicht gebunden. Los geht es mit einem Einzelgespräch, Nöthen schaut, wo die Teilnehmerinnen stehen.
Die zehn Doppelstunden kosten 40 Euro. Für viele Alleinerziehende ist das zu viel Geld. Doch Abhilfe gibt das Programm zur Stärkung der Erziehungsfähigkeit, kurz "Stärke", des Landes. Es gewährt einen Bildungsgutschein in Höhe von 40 Euro. Er wird von Nöthen beantragt und wurde bisher stets bewilligt.
Nach sechs Solo-mio-Kursen, die sie bisher geleitet hat, fällt Nöthens Bilanz günstig aus: "Wenn es den Frauen gut geht, geht es auch ihren Kindern gut."
In den Gruppenstunden wird durchaus gelacht, aber auch geweint, "Dampf abgelassen" und auch immer konstruktiv gearbeitet. Die Alleinerziehenden gehen nach Nöthens Eindruck gestärkt nach Hause. "Es hat sich nichts verändert in meinem Alltag, ich habe nicht mehr Geld, noch keine Kinderbetreuung, keinen Mann und keinen Job, aber ich kann damit viel besser umgehen", hat eine 25-jährige Alleinerziehende am Ende eines Kurses aufgeschrieben.
Die Altersstruktur der Teilnehmerinnen reicht von gerade Volljährig bis hin zu über 50-Jährigen. Viele tauschen sich in den beiden jährlichen Treffen aus, die Nöthen für alle ihre Kursteilnehmer organisiert. Es entstehen Freundschaften und die Frauen helfen sich gegenseitig.
Autor: Eva Korinth
