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11. Juni 2010
130 Tiere aus Wohnhaus in Wellendingen befreit
Helfer entdecken nach Zwangsöffnung das absolute Chaos.
BONNDORF-WELLENDINGEN. 130 Tiere in einem Wohnhaus – das entdeckte die Polizei nach der Zwangsöffnung eines Hauses in Wellendingen. Dem Landratsamt, Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, war gemeldet worden, dass aus einem ehemaligen Bauernhaus in Wellendingen ein ekelerregender Gestank kommen würde.
Da die Tierhalterin nicht anzutreffen war, wurde richterlich die Öffnung des Gebäudes verfügt.
Bürgermeister Scharf mit Mitarbeitern des Bauhofs, Polizei und Mitarbeiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung verschafften sich daraufhin Zutritt zu dem Gebäude. Beim Öffnen schlug ihnen ein bestialischer Gestank entgegen.
In der Wohnung wurden 25 Hunde und 70 Katzen vorgefunden. Sämtliche Bereiche der Wohnung waren verkotet. In den Stallbereichen wurden 4 Pferde, 1 Zeburind und etwa 30 Kaninchen vorgefunden. Von artgerechter Haltung konnte hier nicht mehr die Rede sein.
Die Tiere wurden alle beschlagnahmt und privat beziehungsweise in sechs Tierheimen der Region untergebracht. Die Tierbesitzerin konnte den ganzen Tag über nicht erreicht werden. Gegen die Tierhalterin werden tierschutzrechtliche Maßnahmen geprüft, die in einem Tierhalteverbot münden werden, hieß es. Die Ermittlungsbehörden sind mit dem Vorgang befasst.
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Nach Informationen der Badischen Zeitung handelt es sich bei der Tierhalterin um eine 48-jährige Frau, die das Anwesen in Wellendingen, "Im Tännle" im vergangenen Jahr gekauft hat. Die Frau bewohnt das ehemalige Bauernhaus mit ihrer 16-jährigen Tochter.
gravierend, dass man
eingreifen musste."
Bürgermeister Michael Scharf
Vertreter des Amtes waren auch bereits vor einigen Wochen vor Ort. Anstelle der angemahnten Besserung haben sich die Zustände in dem Anwesen aber verschlimmert. "Die Sache war jetzt so gravierend, dass man eingreifen musste", sagte Bürgermeister Michael Scharf im Gespräch mit der Badischen Zeitung. In einer groß angelegten Aktion drangen Polizei, Vertreter des Veterinäramtes, vier Tierärzte, vier Bauhofmitarbeiter, Bürgermeister Scharf und Anja Strittmatter von der Stadtverwaltung sowie der Feuerwehrkommandant und Mitglieder der Hundestaffel in das Gebäude ein und was sie entdeckten, war das reinste Chaos. Schrecklicher Gestank schlug den Helfern entgegen, knöcheltief standen sie im Kot. Nach Informationen von Bürgermeister Scharf konnten die 25 Hunde, teils mit Welpen, relativ schnell befreit werden.
Ende mehr, letztlich
waren es 70 Katzen."
Michael Scharf
Die Tiere waren nach den Worten des Bürgermeisters voller Unziefer, relativ verwahrlost, aber nicht unbedingt schlecht genährt. "Die ganze Sache muss der Bewohnerin in den letzten Wochen vollkommen entglitten sein", mutmaßt der Rathauschef. Auch muss die Frau, so die Aussagen der Nachbarn, viel auf Reisen gewesen sein.
"Die Helden des Tages waren die Tierärzte und die Tierschützer", lobte Michael Scharf deren Einsatz und vor allen Dingen deren Bereitschaft, die Tiere aufzunehmen. Die Bonndorfer Tierärztinnen, sowie die Tierheime in Weil, Lörrach, Donaueschingen, Löffingen, Dettighofen, Waldshut-Tiengen und Lauchringen haben sich ganz spontan bereit erklärt, sich um die Tiere zu kümmern. Bis 19 Uhr waren alle Hunde, Katzen und Kaninchen untergebracht.
Tierfreunde, die bereit sind, Katzen aufzunehmen, mögen sich bitte an die Tierarztpraxis Drs. Schreiber/Schnellbach wenden (Tel. 07703/933955). Die Tiervermittlung übernimmt auch das Bonndorfer Rathaus. Hier kann man sich unter 07703/9380-12 melden.
Autor: Juliane Kühnemund
