Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. Oktober 2008

Tannhupper ist wieder aktuell   

Fricktalisch-Badische Vereinigung stellt ihr großes Sagenbuch vor.

BAD SÄCKINGEN/STEIN. Kulturelle Werte und Tradition dies- und jenseits des Rheins erhalten und fördern: Das ist das erklärte Ziel der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde (FBVH). Seit mehr als 80 Jahren engagiert sich der grenzüberschreitende Verein mit seinen mittlerweile mehr als 850 Mitgliedern. Am Samstag hat die FBVH eines der größten Projekte seit Bestehen zum Abschluss gebracht. Im Saalbau im schweizerischen Stein wurde das große Sagenbuch "Tannhupper und Leelifotzel – Sagen der Nachbarn am Hochrhein" vorgestellt.

"Endlich mal ein Buch, dass so ganz ohne Anglizismen und neudeutsche Wörter auskommt", begrüßte Hansjürg Güntert von der Gemeinde Stein die Gäste der Vernissage. Riesig war das Interesse schon am Tag der Präsentation. Mehr als 700 Vorbestellungen gab es vorab bei der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, die erste Auflage von 2500 Sagenbüchern dürfte schnell vergriffen sein, so hofft Adelheid Enderle, die Vizepräsidentin der FBVH. Sie war sichtlich überrascht ob des großen Andrangs schon zur Vernissage. "Rechtzeitig zu den kalten Tagen im Herbst im Handel" sei das Buch, freute sich auch Rudolf Steiner. Er hat mitgewirkt an der Audio-Bearbeitung des Sagenbuches, denn zur Ausgabe gehört auch eine CD, auf der einige der schönsten Sagen von Mundartsprechern aufgenommen wurden. Auch Heidi Knoblich, bekannte Autorin aus Zell im Wiesental, las mit. Sie lieh den "Erdmännle aus der Haselhöhle" ihre Stimme. 

Werbung


Musikalisch untermalt wurde die Vernissage vom Trio Roland Kroell, Claudia Ailyn Libor und Hans Gino Suter. Sie brachten stimmungsvoll die Sagen um die Namensgebung der Stadt Waldshut auf die Bühne.

Der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde ist mit dem Sagenbuch ein umfangreiches Werk gelungen, das es in dieser Art noch nie gegeben hat. Schon der Name des Buches, "Tannhupper und Leelifotzel", lässt erahnen, wohin die Reise geht. Auf  mehr als 400 Seiten wird übersichtlich gegliedert nicht nur ein ansprechender Überblick der Sagenwelt im Fricktal, dem Hotzenwald und der Rheinebene gegeben, sondern ein detailliertes Abbild der Sagenwelt in der Region. Mehr als 500 Sagen, von denen immerhin 150 aus dem Badischen stammen, erzählen von alten Zeiten, mystischen Ereignissen und zum Teil recht amüsanten Begebenheiten.

Für Werner Fasolin geht ein Lebenstraum in Erfüllung

Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Sagenbuches hatte der aus Frick-Obergipf stammende Werner Fasolin. Mehr als 20 Jahre Sammelleidenschaft, die ihren Ursprung in den bisher erschienenen Sagenbüchern des Vereins hat, spiegeln sich wider. Die Vernissage am Samstag schien wie ein Ritterschlag. Der Dank Fasolins galt vor allem den vielen Helfern, die mit ihren Funden, den zum Teil nur mündlich von Generation zu Generation weitergegebenen Sagen, das Buch zu einem kleinen Schatz machen.

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde wurde 1925 gegründet und hat etwa 850 Mitglieder. Der Verein arbeitet grenzüberschreitend, widmet sich historischen, kulturellen und heimatkundlichen Themen, sowie der Erhaltung und Förderung von Werten und Traditionsgütern. Im Internet zu finden unter http://www.fbvh.org dort kann auch das neue Sagenbuch "Tannhupper und Leelifotzel – Sagen der Nachbarn am Hochrhein" bestellt werden.

Autor: Susan Bersem