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30. Dezember 2009

Chorgesang berührt die Herzen

Akteure der Bergweihnacht treffen punktgenau die Stimmung der Menschen in der Weihnachtszeit / Pfarrkirche voll besetzt.

  1. Robert Mayer ist ein Multitalent, das komponiert, arrangiert, dirigert und musiziert. In der "Bergweihnacht" verbindet sich dadurch ideal der Gesang von mehr als 60 Männern, einer Solistin, Zitherspiel und eine Bläsergruppe. Foto: Martha Weishaar

  2. Janine Diehr, Elke Bohnet und Monja Kleiser (von rechts) sorgen mit ihrem Spiel an den Zithern für alpenländische Atmosphäre bei der Bergweihnacht. Foto: Martha Weishaar

BONNDORF. Selten ist die katholische Pfarrkirche in Bonndorf so voll, wie sie es am späten Sonntagnachmittag bei der "Bergweihnacht" des Projektchors des Männerchors Hochfirst aus Titisee-Neustadt war. Dicht drängten sich die Besucher in den Bänken, einige Dutzend mussten während der knapp zweistündigen Darbietung sogar mit einem Stehplatz vorliebnehmen.

Dass dieses Genre der Weihnachtsmusik so viele Anhänger hat, liegt vermutlich daran, dass in all den Liedern die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Geborgenheit und Harmonie sowohl in Texten als auch Melodien zum Ausdruck kommt. Wer also Bedenken hat, dass amerikanische Pop-Weihnachtsmusik die traditionellen Weihnachtslieder aus dem deutschsprachigen Raum überlagert, der wurde hier, zumindest für die Dauer des Konzerts, eines Besseren belehrt.

Fast alle der 29 Liedbeiträge stammen aus der Feder von Dirigent Robert Mayr, der sich als wahres Multitalent erwies, das förmlich sprüht vor lauter Freude an der Musik. Robert Mayr komponiert, arrangiert, dirigiert, spielt nebenbei mal rasch Posaune oder wechselt an die Zither, ehe er zum Abschluss eines mehr als gelungenen Konzerts die mehr als 400 Konzertbesucher zum Mitsingen animiert. Gotthilf Fischer lässt grüßen!

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Der Chorleiter verbindet in seinen Arrangements und Kompositionen Chorgesang, Solisten, Bläser und Zithern zu abgerundetem Musikgenuss. Den mehr als 60 Sängern des Projektchors entlockt er gewaltiges Stimmvolumen, präzise Einsätze und feinste Nuancen, die vielerlei Stimmungen erzeugen. Ergänzt wird dieser mächtige Männergesang von Solisten. Da ist zum einen Stefanie Lickert aus Hinterzarten, deren glockenhelle Sopranstimme bei "Still, still", Brahms "Wiegenlied" oder "Aber Haidschi bumbaidschi" einen wunderbaren Kontrast zu den tiefen Bässen darstellt. Aber auch Tenor Alfred Bucherer, der sowohl als Solist, etwa beim "Ave Maria der Berge" oder "Mamatschi" als auch beim "Ave Glöckchen" im Duo mit Stefanie Lickert überzeugte. Sentimentale Texte wie bei "I hab am Berg a Bankerl baut" oder "A Weihnacht wie’s früher war" in Verbindung mit harmonischen Klängen suggerierten dem Zuhörer zumindest für die Dauer dieses Konzerts eine heile Welt.

"Der kleine Trommler" mit einem Solo von Hans-Peter Lais kann durchaus als einer der Höhepunkte des Konzerts tituliert werden. Andere alpenländische Weihnachtsklassiker, wie "Es wird scho glei dumpa" oder die "Herbergssuche" ergänzten ein kurzweiliges Programm, das bestimmt war von der Abwechslung.

Neun Bläser der Stadtmusik Titisee-Neustadt harmonierten vortrefflich mit Janine Diehr, Elke Bohnet und Monja Kleiser an den Zithern sowie Orgel- oder Mundharmonikaspiel. Die Sänger überzeugten mal mit überwältigender Klangfülle im Chor, aber ebenso als Dreier-, Vierer- oder Achtergruppe. Die ungeheure Stimmfülle des Chores kam "In einem Stall in Bethlehem" bestens zur Geltung, das der Löffinger Bruno Schwanz komponierte. Diese grandiose Stimmung wurde abschließend beim gemeinsamen Gesang aller Sänger und der Zuhörer mit dem Lied aller Lieder, "Stille Nacht" übertroffen, ehe die Sänger mit Beethovens "Hymne an die Nacht" einen letzten Eindruck ihrer Gesangskunst gaben. Stehender Applaus eines begeisterten Publikums war ein deutlicher Beweis für die Akteure, dass sie mit ihrem Repertoire punktgenau die Stimmung vieler Menschen in der Weihnachtszeit treffen.

Autor: Martha Weishaar