"Verpflichtung und Rückenwind"

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Do, 14. September 2017

St. Blasien

Bürgermeister Adrian Probst, mit rund 83 Prozent der Stimmen gewählt, ist am Dienstag in sein Amt eingeführt worden.

ST. BLASIEN. Bürgermeister Adrian Probst ist am Dienstagabend in öffentlicher Gemeinderatssitzung vereidigt und verpflichtet worden. Des großen Interesses wegen war die Sitzung kurzfristig in den Kursaal verlegt worden. Gekommen waren viele Bürger, Vertreter von Institutionen, Verbänden und Behörden.

Die erste Sitzung nach der nur kurzen Sommerpause sei eine "normale, formale – und doch ganz außergewöhnliche Sitzung", sagte Bürgermeisterstellvertreter Thomas Mutter. Das werde auch durch die sehr große Zahl an Teilnehmern deutlich. "Sie werden nicht vor jeder Sitzung so feierlich begrüßt werden", sagte er zum neuen Bürgermeister. Während die üblichen Gemeinderatssitzungen in der Regel eine längere Tagesordnung haben, bestand diese am Dienstag nur aus zwei Punkten: Der Rat bestimmte, dass Mutter Adrian Probst den Eid abnimmt. Im Anschluss daran hängte der erste Bürgermeisterstellvertreter dem neuen Bürgermeister die Amtskette um. "Hiermit ist Bürgermeister Probst im Amt", sagte Mutter.

Mit 83,17 Prozent der abgegebenen Stimmen war der 28-Jährige am 13. August gewählt worden. Das sei ein klares Votum und Verpflichtung, sagte Landrat Martin Kistler. Probst habe das Vertrauen der Bürger, die Stadt St. Blasien in eine gute Zukunft zu führen. Als Bürgermeister habe er eine koordinierende Schlüsselstellung. Er solle Mannschaftsspieler bleiben und weiter gut zuhören, gab er Probst mit auf den Weg. Erlebt habe er den neuen Bürgermeister als "offenen, kontaktfreudigen und ehrlichen Typ". Diese Eigenschaften sollte er sich bewahren. Probst werde gleich in viele aktuelle Themen einsteigen und "das neue Amt wird Sie mit Haut und Haaren in Anspruch nehmen". Dennoch hoffe er, dass sich seine Erwartungen an den Beruf des Bürgermeisters erfüllen, sagte Kistler an Probst gerichtet.

Er habe "viele nette, positive und rückenstärkende Worte" gehört, sagte Adrian Probst. Nach dem "Ausnahmebetrieb" der vergangenen Monate werde nun wieder der normale kommunalpolitische Betrieb eingeleitet. Er dankte dem ersten Bürgermeisterstellvertreter Thomas Mutter, Hauptamtsleiterin Sylvia Huber und allen Mitarbeitern der Stadt, die mit sicherer Hand die Stadt nach dem Tod von Rainer Fritz geleitet hätten. "Wenn es darauf ankommt, stehen alle offensichtlich zusammen" – das habe diese Zeit gezeigt.

Das gute Wahlergebnis empfinde er als Verpflichtung und auch als Rückenwind, mit dessen Hilfe er nach den anstrengenden Wahlkampfwochen im Oktober in die Arbeit starten werde. Positiv aufgefallen sei ihm das große Interesse an der Bürgermeisterwahl. Sein Schluss: Die Bürger wollen sich mit Kommunalpolitik und den anstehenden Themen auseinandersetzen. Die Tatsache, dass es seiner Erfahrung nach keine tiefen Gräben in der Stadt gibt, sei ein Kompliment an diejenigen, die Verantwortung mittragen, lobte Probst.

Mit vielen aktuellen Themen müsse er sich auseinandersetzen. Bei der Fülle der Aufgaben "will ich mir eine gewisse Ruhe bewahren", sagte der Bürgermeister. Er wolle bei seiner Arbeit "Diskussionsfreude zeigen und rechtliche Spielräume ausloten". Offen und transparent wolle er handeln, stets gut überlegen und ein friedliches und kameradschaftliches Miteinander pflegen.

Peter Schneider, dienstältester Gemeinderat ohne Bürgermeisterstellvertreterfunktion, dankte im Namen der Gemeinderatskollegen den Bürgermeisterstellvertretern Thomas Mutter, Manfred Leber und Dieter Stark für ihren Einsatz in den vergangenen sechs Monaten. Sehr dankbar sei man auch für den Einsatz von Hauptamtsleiterin Sylvia Huber und ihrem Team, denn "hier ist alles in besten Händen". Der Gemeinderat freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem "hoffnungsvollen jungen Bürgermeister".

Im Anschluss an die Sitzung waren die Bürger und Gäste zu einem Umtrunk eingeladen.