Bim Beck

LUEGINSLAND: Krumm abgschnitte

Friedel Scheer-Nahor

Von Friedel Scheer-Nahor

Sa, 01. April 2017

Kolumnen (Sonstige)

Ufem Heimweg fallt mer ii, mr hen jo kei Brot meh. Also schnell zum Beck ums Eck. De Lade isch gstämpft voll. Vor em Ladetisch stenn soviel Litt, wiä hintedro veschiedeni Brotsorte im Regal liege. Zitt zum Üssueche honi so, un ich loss mi Blick vu eim Brot zum andere wandere. Aber keins basst mer: S eint sieht mer z wiss üs, s ander z ghäb, s dritt isch z groß. Viellicht kinnt ich aü nur e halbs kriäge? Vielmol zwinge mer die große Laib nit un s Brot wird bengelhert, bevor mer zum Knoiser kunnt.
"Jo", sait d Vekaiferi, "des schniid ich Ihne durch", packt e Messer un deilts in zwei Hälftine. Sie hebts iber de Thekerand un frogt: "Welli Hälfti soll ich Ihne gää?" Do goht hinter mir am Stehtisch e G’lächter los un e Fraü gägst: "Jetz lueg emol do no. Wie schälb hesch denn des abgschnitte?" Es isch schiints e Bekannti, wu d Pause zwische de Kundschaft abbasst zum mit de Bedienung e wing z schnadere. "Ich kann doch nit defir. Der Krottegickser schniidet doch nimmi rächt", sait d Vekaiferi druf ganz vedatteret. Mr merkt regelrächt, wiä sie sich druf iistellt, dass ere jetz de Kimmel griebe wird un d Kundin – also ich – wumeglich so e krumm abgschnittes Brot veweigeret. Im Lade stigt d Spannung. "Gän Sie mir die link Sitte", sag ich. "Des schniide mir deheim wieder grad." Wie wemmer de Bunde üsere Sektflasch zoge hätt, vebreitet sich e frehlichi Stimmung im Lade. Alles lacht un d Vekaiferi winscht mir noch e wunderscheene Dag.