Erweiterung des Europa-Parks

Macks investieren dreistelligen Millionenbetrag in Rust

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Mo, 22. Mai 2017 um 08:59 Uhr

Südwest

Der Europa-Park kann bei Bedarf weiter in Richtung Autobahn wachsen. Die jetzt erschlossene sowie die reservierte Fläche sind mit 120 Hektar größer als der bestehende Park.

Der Europa-Park befindet sich weiter auf dem Wachstumspfad, die Gemeinden Rust und Ringsheim, aber auch der Regionalverband als übergeordnete Planungsinstanz wollen dieses Wachstum unterstützen. Mit der Inbetriebnahme eines weiteren Hotels und des Wasserparks im Jahr 2019 wird die Entwicklung nicht abgeschlossen sein. Die jetzt erschlossene sowie die reservierte Fläche sind mit 120 Hektar größer als der bestehende Park.

Neues Hotel mit 1200 Betten

Besonders dringlich sehne der Park die Fertigstellung des neuen Hotels mit 1200 Betten herbei, sagte Michael Kreft von Byern, Bevollmächtigter der Geschäftsleitung, vor dem Planungsausschuss des Regionalverbandes. "Wir brauchen dringend neue Hotelbetten, um die Nachfrage zu decken." Denn die Kapazität von 4500 Hotelbetten sei zu 95 Prozent ausgelastet, immer wieder müsse man Anfragen ablehnen. Immerhin: Die Bodenplatte für den Hotelkomplex im skandinavischen Stil ist bereits gegossen. Das Haus wird direkt an den See heranreichen, der künstlich angelegt wird und Hafenatmosphäre verbreiten soll. Auch der Wasserpark wird an diesen See heranreichen. Bereits im Frühjahr 2019 soll das Hotel bezugsfertig sein, wenige Monate später sollen auch die Arbeiten am ersten Bauabschnitt des Badeparks abgeschlossen sein.

Familie Mack investiert dreistelligen Millionenbetrag

Einen dreistelligen Millionenbetrag investiert die Familie Mack in die Parkerweiterung, erläuterte Thomas Mack. Der Wasserpark solle den Ganzjahresbetrieb stärken. Kreft von Byern skizzierte noch einmal anhand weniger Zahlen die Entwicklung des Parks in den vergangenen 20 Jahren: 1995 wurde das erste Hotel mit 512 Betten eröffnet, schon 1996 wurden 150 000 Übernachtungen gezählt, 2016 waren es mehr als eine Million. Die Zahl der Besucher habe sich von 2,5 Millionen auf 5,5 Millionen mehr als verdoppelt, der Wasserpark soll pro Jahr weitere 500 000 locken. Seit der Gründung des Parks seien mehr als 100 Millionen Besucher registriert worden. Inzwischen blieben fast ein Viertel der Gäste mindestens für eine Nacht, die Tagesbesucher blieben im Schnitt 8,5 Stunden.

Das größte Problem des Parks ist aktuell die ungelöste Verkehrsfrage. Nach wie vor kommen die allermeisten Besucher mit dem eigenen Auto, ein Teil der Parkfläche wird für Abstellplätze benötigt. Und die An- und Abreise in einem engen Zeitfenster führt dazu, dass die Straßen überlastet sind. Noch in diesem Jahr soll mit dem Ausbau der Brücke über die Autobahn auf vier Spuren begonnen werden, damit sich die Autos nicht gefährlich auf der Autobahn stauen.

Fernhalt in Ringsheim erwünscht

Kreft von Byern wie auch Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare verwiesen darauf, dass es Vorstöße gegeben habe in Richtung Bahn, um einen ICE-Halt in Ringsheim einzurichten. Bislang vergebens. "Wir wollen einen Fernhalt in Ringsheim", bekräftigte Kreft von Byern im Regionalverband und verwies darauf, dass dank eines TGV-Anschlusses 60 Prozent der Besucher des Disney-Parks in Paris mit dem Zug anreisen. "Wir bleiben auf jeden Fall am Ball. Und wenn er erst in den 30er oder 40er-Jahren kommt."

Weil der Europa-Park an die Gemeinde, aber auch an das Taubergießen herangerückt ist, sind weitere Ausbauten nur in Richtung Autobahn möglich. In einem gemeinsamen Gewerbegebiet haben die Gemeinden Rust und Ringsheim bereits vor Jahren die entsprechenden Flächen reserviert.

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