Männer bleiben beim Turnier unter sich

Andreas Peikert

Von Andreas Peikert

Do, 05. Oktober 2017

Kirchzarten

Veranstaltung der Schachgemeinschaft Dreisamtal / Elfjähriger Spieler beeindruckt Konkurrenten.

KIRCHZARTEN. Nach dem chinesischen Go gehört Schach zu den kompliziertesten Brettspielen auf der Welt. Zu einem Blitzschach-Turnier trafen sich am Tag der Deutschen Einheit knapp 70 Spieler aus der Region in der Talvogtei.

Etwa 60 Mitglieder zählt die Schachgemeinschaft Dreisamtal, die das mittlerweile zur Tradition gewordene Stelldichein für Mannschaften und Einzelspieler organisiert. Zu den Aktiven im Verein zählt Reinhard Keller. Der 73-jährige pensionierte Physiker aus Oberried hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche für das Brettspiel zu begeistern. Im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft bringt er Schülern bei, wie das strategische Spiel mit König, Dame, Türmen, Läufern, Springern und Bauern funktioniert. Als vom Schachverband autorisierter Trainer ist er unter anderem in Bildungseinrichtungen in Kirchzarten, Ebnet und Stegen aktiv. Bedauerlich sei, so Keller, dass Mädchen nur sehr selten ein längerfristiges Interesse für das Schachspielen entwickeln. So war beim Turnier in Kirchzarten keine weibliche Teilnehmerin gemeldet. "Bundesweit liegt die Frauenquote gerade mal bei sechs Prozent. Unserem Verein gehört derzeit nur ein Mädchen an", sagt Max Scherer, Vereinsvorsitzender aus Stegen. Beim Blitz-Turnier in Kirchzarten, bei dem es für jeden Teilnehmer eine per Stoppuhr manifestierte "Nachdenkzeit" von nur fünf Minuten gab, war auch Kolja Lauterbach aus Horben dabei. Der mit elf Jahren mit Abstand jüngste Spieler des Turniers bekam schon im Alter von drei Jahren das Schachspielen von seinem Vater beigebracht. Im Gespräch mit der Badischen Zeitung lässt der an diesem Nachmittag gegen etliche Mitspieler erfolgreiche Gymnasiast keinen Zweifel, wohin seine berufliche Ambitionen einmal gehen könnten. "Ich will Profi-Schachspieler werden", sprudelt es aus ihm heraus. Erfolgreich im Einzel-Turnier waren Max Scherer und Jörg Mlodoch, beide von der Schachgemeinschaft Dreisamtal. Den Wettbewerb der Vereinsmannschaften konnte Zähringen für sich entscheiden.

Wer Interesse hat, bei der Schachgemeinschaft Dreisamtal unverbindlich zu schnuppern, ist willkommen. Trainingsabende – auch für Anfänger – finden freitags um 20 Uhr im Oskar-Saier-Seniorenzentrum, Albert-Schweitzer-Straße 5, in Kirchzarten statt.

Weitere Informationen bei Max Scherer, Tel. 07661/6876.