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11. Mai 2010 17:54 Uhr
Angriff
Mäusebussard attackiert Spaziergänger im Sturzflug
Erneut hat ein Mäusebussard einen Spaziergänger angegriffen, diesmal einen Mann in Wies im Kleinen Wiesental. Erst im April hatte ein Bussard in Freiburg eine Joggerin attackiert.
Der Mann in Wies war auf einem Wanderweg unterwegs, als ihn unbemerkt der Bussard von hinten angriff. Der Vogel riss ihm mit dem Schnabel die Mütze vom Kopf, seine Krallen hinterließen eine Wunde am Kopf. "Das passiert nicht unbedingt häufig, aber doch immer mal wieder während der Brutzeit der Vögel", sagt der Ornithologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland.
Der Mäusebussard ist der hier zu Lande am weitesten verbreitete Greifvogel. Von Mitte März bis Ende Mai brütet er zwei bis drei Eier in einem Gelege aus und verteidigt das Territorium ringsherum – das bis zu wenige hundert Meter um das Gelege reichen kann – gegen Artgenossen und potenzielle Fressfeinde. Dass er Menschen dazu zählt, ist für Heiermann eine Überreaktion. "Manche Bussarde agieren lieber leicht hysterisch und gehen auf Nummer sicher", erklärt Heiermann. Meist übernimmt das Männchen den Part des Verteidigers, das Weibchen kümmert sich um die Brut.
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Bei den Angriffen handelt es sich in der Regel um Scheinangriffe. "Die kommen meist von hinten und man erschrickt zu Tode, wenn man plötzlich den Schatten über sich bemerkt und den Flügelschlag spürt", beschreibt Heiermann eine solche Situation. Erst wenn der Mensch sich durch die gespielten Attacken nicht vertreiben lässt, kann es passieren, dass der Bussard tatsächlich zugreift. "Die Verletzungsgefahr durch die scharfen Krallen ist dabei um einiges größer, als wenn er mit dem Schnabel zuhacken würde", sagt Heiermann. Der Ornithologe rät, auch bei kleineren Wunden zum Arzt zu gehen. "Sie wissen ja nie, in welchem Kaninchen der seine Krallen zuvor hatte und wie krank das vielleicht war."
Wer von einem Mäusebussard scheinattackiert wird, sollte das Gebiet zügig verlassen und nicht in Panik verfallen. Der beste Schutz besteht darin, einen Angriffspunkt über dem Kopf anzubieten. "Wenn Sie einen Schirm dabei haben, spannen Sie den auf. Oder Sie nehmen einen Wanderstock und halten den wie einen Blitzableiter gerade nach oben." Auf keinen Fall mit dem Stock herumfuchteln, das macht die Tiere aggressiv. Am besten meidet man das Revier des Mäusebussards bis die heiße Phase während der Brut vorbei ist. Auch die eigene Aufmerksamkeit schützt. Denn im Normalfall zeigen sich die sehr neugierigen Tiere, bevor sie angreifen.
- Kleines Wiesental: Attacke eines Mäusebussards
- Freiburg: Bussard greift Freiburger Joggerin an
Autor: Claudia Füßler
